Auf die Gesundheit

So gesund ist ein Glas Bier

Zugegeben: Den besten Ruf genießt das Bier sicher nicht. Schließlich gilt Alkohol im Allgemeinen als nicht sonderlich der Gesundheit zuträglich. Und im Gegensatz zu Wein oder Sekt empfinden viele Bier als das etwas „primitivere“ Getränk, das regelrechte Oktoberfest-Assoziationen weckt inklusive des sich sinnlosen Betrinkens. Was die wenigsten wissen: In Maßen kann das Biertrinken durchaus gesund sein. Der Gerstensaft enthält viele Nährstoffe, die tatsächlich einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben können.

Was steckt im Bier?

Ein wichtiger Grund, weshalb das Bier gar nicht so ungesund ist, ist das bestehende Reinheitsgebot. Dieses legt fest, dass Bier seit jeher aus den vier Grundzutaten gebraut werden darf: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Das Wasser, das immerhin 90 Prozent des Gebräus ausmacht, unterliegt den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Bereits in ihm sind wertvolle Mineralien wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Phosphor enthalten, wie auch in dem Malz, das aus gekeimter Braugerste gewonnen wird. Ebenfalls im Malz stecken auch die meisten Vitamine. Künstliche Zusatzstoffe sind tabu. Dies macht den beliebten Gerstensaft zu einem bekömmlichen, natürlichen Produkt.

Gemäßigter Bierkonsum stärkt das Immunsystem

2007 veröffentlichte die Fachzeitschrift „Annals of Nutrition and Metabolism“ eine Studie, die passionierte Biertrinker durchaus erfreut haben könnte. Demnach konsumierten Männer und Frauen über einen Monat hinweg täglich eine geringe Menge Bier. Wie man am Ende der Studie beobachten konnte, hatten sich die Abwehrzellen der Probanden auffallend vermehrt und zeigten sich zudem auch wesentlich aktiver als zuvor. Somit liegt nahe, dass in geringen Mengen regelmäßiger Bierkonsum wirklich dazu beitragen kann, das Immunsystem zu stärken. Übrigens war dieser Effekt bei den weiblichen Probandinnen größer als bei den männlichen.

Gemäßigter Bierkonsum senkt nicht nur das Herzinfarkt-Risiko

Generell ist bekannt, dass geringe Mengen Alkohol dazu beitragen, die Blutgefäße zu weiten. Sie werden dadurch besser durchblutet, was grundsätzlich dem Herz-Kreislauf-Apparat zuträglich ist. Das Herzinfarkt-, aber auch Schlaganfallrisiko kann dadurch gesenkt werden.

Die hauptsächlich im Malz enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe tragen zusätzlich dazu bei, den Fettstoffwechsel anzuregen, die Blutgerinnung positiv zu beeinflussen und den Blutdruck wie auch den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Dass Bier wenig Natrium beinhaltet, wirkt ebenso günstig auf den Blutdruck ein. Der ebenso hohe Magnesiumanteil beugt nicht nur Herzerkrankungen jeder Art vor, sondern ist auch ein wirksamer Schutz gegen Gallen- und Harnsteine.

Die Bierhefe selbst steht im Verdacht, die Heilungsprozesse des Körpers in Gang zu setzen, auch der Energiestoffwechsel der Haut soll positiv von ihr beeinflusst werden.

Bier womöglich auch wirksam gegen Osteoporose und Demenz

Langjährige Studien haben weitere Ergebnisse geliefert, die an die grundsätzlich gesunde Wirkungsweise des Bieres glauben lässt. Da es beispielsweise auch Silizium enthält, halten Forscher es für denkbar, dass Bier, selbstverständlich auch hier nur in Maßen konsumiert, den Knochen wichtige Stabilisierungsbausteine liefern kann. Für Osteoporose-Patienten oder solche, die gefährdet sind, am Knochenleiden zu erkranken, ist dies eine gute Nachricht. Schließlich enthält ein Liter Bier genau 40 mg Silizium. Dies deckt den Tagesbedarf eines Osteoporose-Gefährdeten.

Bier ist außerdem auch geeignet, um das Gewebshormon Acetylcholin freizusetzen. Forscher vermuten, dass dieses Hormon die Lern- und Gedächtnisleistung steigert. Ebenfalls in gemäßigter Menge getrunken, kann das ein oder andere Bier also auch ein probates Mittel gegen das Voranschreiten der Demenzsymptome sein.

Bier steht im Verdacht, vor Krebs zu schützen

Der im Bier enthaltene Hopfen liefert zahlreiche Antioxidantien, die nicht nur gegen Demenz wirksam sein sollen, sondern ebenfalls einen kleinen Beitrag zur Vorbeugung gegen Krebs leisten könnten. Als besonders verdächtiger Kandidat im Kampf gegen Krebserkrankungen stellt der Wirkstoff Xanthohumol, ein Polyphenol dar. Studien, die diesen Verdacht belegen könnten, liegen derzeit leider noch nicht vor. Die meisten durchgeführten Studien zur Heilkraft des Bieres wurden über zu kurze Zeitabschnitte durchgeführt, als dass man bislang einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Bierkonsum und Krebserkrankungen hätte feststellen können.

Bier entspannt und macht glücklich

Handelt es sich bei der gesundheitlichen Wirkung teilweise um reine Spekulation, sagen doch gewisse Erfahrungswerte, dass Bier glücklich macht. So konnten Forscher im Rahmen einer Studie beobachten, dass allein der Biergeschmack dazu beitrug, dass bei den Probanden vermehrt das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wurde. Während der Testphase erhielten die Probanden verschiedene Getränke zur Auswahl. Selbst bei denjenigen, die angaben, dass ihnen beispielsweise die Limonade besser schmecken würde, wurde eine größere Dopamin-Produktion beim Konsum des Bieres festgestellt. Dabei erhielten die Testpersonen nur sehr geringe Mengen der jeweiligen Getränke, um ausschließen zu können, dass das Glückshormon durch den im Bier enthaltenen Alkohol ausgelöst wird. Nachdem der nur geringe Alkoholgehalt also nicht berücksichtigt werden konnte, ergab die Studie, dass es tatsächlich allein der Geschmack des Bieres war, der das Ergebnis lieferte.

Was jedoch dem im Bier enthaltenen Alkohol zugeschrieben werden kann, ist, dass er gemeinsam mit den Gerb- und Hopfenbitterstoffen beruhigend auf den Körper einwirkt. Stress wird abgebaut, und man kann eine schlaffördernde Wirkung feststellen. Somit ist ein Gläschen Bier durchaus ein adäquates Mittel, um sich ein wenig zu entspannen –  wenn es nicht zum regelmäßigen Ritual wird, das einen gewissen Suchtfaktor zeigt.

Macht Bier dick?

Bier steht ja leider in dem weniger günstigen Ruf, dick zu machen. Immerhin hat sich der sprichwörtliche Bierbauch in unseren Köpfen zum lebenden Beweis manifestiert. Tatsächlich ist es so, dass der im Bier enthaltene Alkohol auch eine gewisse Kalorienzufuhr mit sich bringt. Jedoch ist das Bier nicht ganz so ein gefährlicher Dickmacher, wie es im Allgemeinen angenommen wird. Zumindest besitzt es nicht mehr Kalorien als andere alkoholische Getränke. Ein Glas Bier ist in Wirklichkeit weniger kalorienreich als ein Glas Saft.

Der berühmte Bierbauch hat einen anderen Hintergrund: Bier konnte bislang eine appetitanregende Wirkung nachgesagt werden. Leidet jemand an Appetitlosigkeit, kann sich also der Konsum von Bier wiederum sehr förderlich auswirken. Doch bei allen, die auf die Kalorienzufuhr achten sollten, ist dieser Effekt weniger von Vorteil, da sich mit dem Genuss von Bier häufig Heißhunger auf deftigere Dinge einstellt. Gibt man diesem Heißhunger nach, nimmt man als Folge des Bierkonsums also unnötig weitere Kalorien zu sich – was wiederum letzten Endes doch zum Bierbauch führen kann.

Bier ist in Maßen getrunken nicht ungesund

Bier ist sicher kein Allheilmittel, das bedenkenlos konsumiert werden kann. Das verbietet allein der Alkoholgehalt. Jedoch zeigen die zahlreich durchgeführten Studien, dass die Wirkung des Bieres durchaus eine positive sein kann, sofern das Bier in Maßen konsumiert wird. Konkret empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Tagesdosis von maximal einem halben Liter bei Männern und maximal einem Viertel Liter bei Frauen nicht zu überschreiten. Auch sollte man nicht der Gewohnheit unterliegen, wirklich täglich Alkohol zu sich zu nehmen. Geringe Mengen wie empfohlen ab und an konsumiert – da kann es sich wohl jeder ganz bedenkenlos schmecken lassen.

Die Heilkraft des Bieres

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