Auf die Gesundheit

Seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis)

Die seborrhoische Dermatitis ist eine der häufigsten Hautkrankheiten in Deutschland. Durch eine übermäßige Besiedlung des Körpers mit Hefepilzen kommt es zu Entzündungsreaktionen der  Haut. Bei akuten Schüben bilden sich Ekzeme und Kopfschuppen, die bei einer stärkeren Entzündungsreaktion sogar nässen und sich röten. Betroffene kratzen sich sehr häufig und besitzen blutige Stellen.

Neben der übermäßigen Besiedlung des Körpers mit Hefepilzen zählen auch genetische Faktoren in das Krankheitsbild mit rein. Leidet eines der Elternteile am seborrhoischem Ekzem, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch ein Kind diese Hautkrankheit bekommt. Oft ist die Neigung zur seborrhoischen Dermatitis am sogenannten Babyschorf erkennbar.

Noch nicht wissenschaftlich bewiesen sind die Auswirkungen von

  • Stress,
  • Schlafmangel und
  • Alkoholkonsum

auf die Krankheit. Häufig verschlechtert sich in stressigen  Zeiten das Krankheitsbild noch einmal. Daher empfehlen einige Ärzte eine Umstellung der Lebensführung und Entspannungsübungen.

Weißlich-gelbe Schuppen – ein sicheres Indiz

Kopfschuppen gehören zu den häufigsten Erscheinungsbild der seborrhoischen Dermatitis. Die weißlich-gelben, meist fettigen Schuppen treten jedoch nicht nur auf dem Kopf auf. Auch in den Nasolabilafalten, in den Augenbrauen und auf den Augenlidern kommt es  zu unschönen Schuppungen der Haut. Während bei einigen Menschen die Ekzeme einen starken Juckreiz verursachen, treten bei Anderen wiederum keine Beschwerden auf. Betroffene leiden oft auch an einer extrem trockenen und empfindlichen Haut, die einer besonderen, natürlichen Pflege bedürfen.

Diagnostiziert wird diese Krankheit durch eine optische Untersuchung des Arztes. Aufgrund der spezifischen Lokalisation der Ekzeme lässt sich die seborrhoische Dermatitis sehr einfach feststellen. Oft befinden sich die Ekzeme auf dem Kopf, in den Nasolabialfalten, in den Augenbrauen und oft auch auf dem Brustkorb.

Erkennt der Arzt nicht eindeutig die Krankheit, entnimmt er Hautproben von den betroffenen Stellen, um andere Erkrankungen der Haut auszuschließen, z. B. Schuppenflechte.

Seborrhoische Dermatitis – oft ein Leidensweg

Menschen, die an seborrhoischer Dermatitis leiden, kämpfen nicht nur gegen die Krankheit, sondern auch gegen die Blicke ihrer Mitmenschen. In schlimmen Phasen treten die Ekzeme als gerötete, nässende Schuppungen in Gesicht und auf dem Kopf auf. Neben “weißen” Schultern durch übermäßige Schuppenbildung auf dem Kopf, sind auch die entzündeten Ekzeme mit Schuppungen im Gesicht sehr belastend. Betroffene mit starkem Entzündungsbild leiden nicht selten an Depressionen und mangelnden Selbstwertgefühl.

Langfristige Behandlung durch Salben und Shampoos

Zur Behandlung der seborrhoischen Dermatitis verordnen Ärzte oft Antimykotika in Form von Salben und Shampoos und cortisonhaltige Salben. Da die Krankheit oft chronisch verläuft, ist eine andauernde Behandlung mit Salben und Cremes notwendig. Doch Vorsicht bei cortisonhaltigen Medikamenten. Sie besitzen starke Nebenwirkungen, die sich auch auf das Äußere auswirken können. Eine Behandlung mit diesen Medikamenten sollte daher nicht ohne ärztliche Überwachung erfolgen.

Gerade in der ersten Behandlungsphase müssen Betroffene mehrmals täglich oder wöchentlich die Medikamente anwenden. Nach drei bis vier Wochen der Behandlung kommt es zu ersten Verbesserungen des Hautbildes. Der Juckreiz verschwindet und die Rötungen verblassen. Nach dem Verschwinden der Symptome muss die Behandlung jedoch mindestens einmal wöchentlich fortgesetzt werden, um ein Wiederauftreten der Krankheit zu verhindern.

Tipp: Lassen Sie sich bei Ihrem Hautarzt untersuchen und die  passenden Medikamente verschreiben. Shampoos und Lösungen, die in Drogerien und bei Friseuren angeboten werden, besitzen keine nachgewiesene Wirkung. Lediglich in leichteren Fällen können Anti-Schuppen-Shampoos mit dem Wirkstoff Zink-Pyrithion wirken, aber auch hier ist die endgültige Wirksamkeit nicht nachgewiesen.

Das können Sie selbst tun

Parallel zur medizinischen Behandlung hilft auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten bei der Bekämpfung der seborrhoischen Dermatitis. Genügend Schlaf, wenig oder gar kein Alkohol und viel Wasser  unterstützen den Körper bei der Bekämpfung der Krankheit. Übermäßiger Stress sollte ebenfalls vermieden werden. Ist das nicht möglich, helfen Entspannungsübungen bei der Entlastung des Körpers von Anspannung und Druck.

Auch der Griff zu Hautpflegemitteln muss gut durchdacht sein. Parfümhaltige Cremes verursachen oft noch mehr Beschwerden, als dass sie helfen. Hier helfen Cremes und Salben auf natürlicher Basis, die oft auch von Allergikern verwendet werden. Optimal wäre ein vollständiger Verzicht auf Pflegemittel. Da die seborrhoische Dermatitis aber oft mit übermäßig trockener Haut einhergeht, ist das nur selten möglich. Als hilfreich haben sich auch natürliches Olivenöl und das Nachwaschen der Haut mit Essigsäure oder Salicylsäure bewiesen. Dadurch kommt es zur Senkung des pH-Wertes der Haut und einer verringerten Reproduktion der Myzelien. Optimal ist hierfür ein pH-Wert unter 5.

Treten übermäßig Kopfschuppen auf, kann es gerade bei langen und dichten Haaren helfen, die Haare abzuschneiden. So kommen besser Luft und Sonne auf die Kopfhaut, sodass erst gar keine feuchtwarme Umgebung für die Hefepilze entsteht. Während im Winter häufig die Haut zusätzlich durch trockene Raumluft strapaziert wird, verbessern sich im Sommer die Symptome oft durch die Sonneneinstrahlung, da die UV-Strahlung das übermäßige Wachstum des Hautpilzes hemmt. Gemäßigtes Sonnenbaden unterstützt die Haut bei ihrer Regeneration.

Bevor Sie zur Selbsttherapie greifen, empfiehlt sich der Besuch beim Hautarzt. Nur dieser ist in der Lage, zu unterscheiden, ob es sich bei Ihrem Beschwerdebild um eine seborrhoische Dermatitis, eine Schuppenflechte oder einer Neurodermitis handelt. Eine Selbstbehandlung ohne gesicherte Diagnose des Arztes empfiehlt sich nicht.