Auf die Gesundheit

Schüsslersalze – die mineralischen Gesundmacher

Der moderne Mensch ist aufgeklärter denn je, wir wissen ganz genau, was wir wollen und vor allem was uns gut tut. Dieser Grundsatz gilt nicht nur in Freizeit und Berufsleben, sondern mehr denn je auf dem Gebiet der Gesundheit. Denn in der westlichen Welt war der Arzt früher dafür zuständig, eine Krankheit und ihre Symptome möglichst schnell wieder zum Verschwinden zu bringen. Doch hat sich diese Sichtweise in den letzten Jahrzehnten immer mehr verändert. Wir Deutschen übernehmen Verantwortung. Auch für unsere Gesundheit. Dabei ernähren wir uns nicht nur besser, leichte Befindlichkeitsstörungen möchten wir mit natürlichen Mitteln gerne auch einmal selbst behandeln. Dabei helfen zwei naturheilkundliche Therapiemethoden besonders sanft und nebenwirkungsfrei. Dies sind die klassische Homöopathie und die Biochemie nach Schüssler.

Tatsächlich hat sich die Biochemie nach Schüssler aus der klassischen Homöopathie entwickelt. Denn der deutsche Arzt Wilhelm Schüssler, der im 19. Jahrhundert lebte und praktizierte, galt die ersten 15 Jahre seines Schaffens als einer der eifrigsten Kämpfer für das homöopathische Gedankengut.

Doch so oft begann auch hier der Schüler die Lehrmethode weiterzuentwickeln. Schüssler war die Anzahl der homöopatischen Konstitutionsmittel zu groß. Dazu kam, dass viele der Mittel zu seiner Zeit noch nicht hinreichend auf ihre Wirkung geprüft waren. Aus dieser Unzufriedenheit heraus, kam er zu Überlegung, dass die in der Homöopathie verwendeten Mineralstoffe die Grundlage einer neuen Therapie bilden könnten.

Zeitgenossen Schüsslers feierten einen Erfolg nach dem anderen in den naturwissenschaftlichen Gebieten der Chemie und der Zellularpathologie. Diese Popularität veranlasste ihn dazu, sein Hauptaugenmerk auf die Mineralsalze und ihre Wirksamkeit zu lenken. Er kam zu seinem Leitsatz: „Die im Blute und in den Geweben vertretenen anorganischen Stoffe genügen zur Heilung aller Krankheiten, die überhaupt heilbar sind.“ Mit dieser Überzeugung begann er ab dem Jahr 1872 seine Therapieansätze ausschließlich mit potenzierten anorganischen Salzen auszuarbeiten.
Durch Untersuchungen konnte er nachweisen, dass sich dadurch sowohl die Verteilung als auch die Verwertbarkeit bestimmter Mineralsalze für den Körper beeinflussen ließen. Wie diese Beeinflussung stattfand, hing einerseits davon ab, welche Mineralsalze er dem Patienten verabreichte und andererseits davon, welche Grunderkrankung vorlag.

Veranlasst durch die Erkenntnisse seiner Forschungen veröffentlichte er im Jahr 1874 das Buch, das quasi zur Bibel der Schüsslersalze wurde: „Eine abgekürzte Therapie – Anleitung zur biochemischen Behandlung von Krankheiten“.

Wie Schüsslersalze wirken

Die Therapie mit Schüsslersalzen beruht auf der Erkenntnis, dass in allen lebenden Organismen Mineralstoffe enthalten sind. Diese sind dazu notwendig, Zellen und Gewebe aufzubauen und ständig zu erneuern, aber auch die einwandfreie Funktion der Zellverbände, Gewebe und Organe zu gewährleisten.

Abhängig von ihrer Funktion sind diese Mineralstoffe im Gewebe und im Körper des Menschen in unterschiedlicher Menge und Zusammensetzung enthalten. Für eine vollständige Gesundheit ist es zwingend notwendig, dass sich die Stoffe ständig in Bewegung befinden. Dadurch ist gewährleistet, dass eine natürliche zeitliche und örtliche Verteilung der einzelnen Substanzen gegeben ist. Nur so kann der gesamte Stoffwechsel harmonisch ablaufen.

Nach Schüssler ist das Vorliegen einer Verteilungsstörung der Mineralsalze in den Geweben die Ursache für gesundheitliche Störungen. Er geht davon aus, dass diese Verteilungsstörungen nicht in erster Linie auf einem Mangel an diesen Mineralsalzen beruhen, sondern vielmehr darin bestehen, dass der Körper den jeweiligen Stoff nicht richtig bewerten kann. Diese Verwertungs-Blockaden sollen mithilfe der Gabe von verdünnter biochemischer Arznei aufgehoben werden.

Seine 12 Schüssler Salze werden heute genauso wie vor 150 Jahren ausnahmslos aus anorganischen Substanzen hergestellt. Diese Substanzen zeichnet aus, dass sie mit den natürlichen, in unserem Organismus vorkommenden gleichartig sind. So werden Kieselsäure, Kochsalz und andere Stoffe mithilfe der aus der Homöopathie bekannten Vertreibungen potenziert.

Schüssler Salze sind als Tabletten und Salben Handel erhältlich. Dadurch ist es möglich, sie nicht nur über den kompletten Organismus wirken zu lassen, sondern auch örtlich anzuwenden. Genau wie bei den Homöopathika sollen die Wirk-Substanzen über die Schleimhäute aufgenommen werden, die Tabletten lässt man dementsprechend im Mund zergehen. So ist gewährleistet, dass die Salze schnell, direkt und wirkungsvoll aufgenommen werden können. Als Potenzen werden niedrige Stufen zwischen D3 und D12 verwendet.

Um das richtige Schüsslersalz für den Patienten auszuwählen, muss der Therapeut nicht nur einen Bild des Patienten machen, sondern auch die Symptome der Erkrankung sowie die Beschaffenheit von Ausscheidungen, Geweben und Sekreten beurteilen.

Je nachdem, welche Schüsslersalze bei der Therapie Verwendung finden, muss bei der Einnahme auch berücksichtigt werden, wann die günstigste Einnahmezeit für das entsprechende Therapeutikum ist. So ist die biologische Verfügbarkeit von Calcium zum Beispiel morgens am höchsten.

Ein Salz für alle Fälle

Das Calcium fluoratum, das im Organismus in den Zellen der Oberhaut, aber auch im Zahnschmelz, in den Knochen und den elastischen Fasern vorhanden ist, gilt als das wichtigste Mittel für Beschwerden, die mit dem Stütz- und Bindegewebe zusammenhängen. Dementsprechend findet es Verwendung bei Bindegewebeschwäche, Venenleiden, Hämorrhoiden und anderen Gefäßerkrankungen. Aber auch Knochen und Hauterkrankungen sowie Gelenkbeschwerden sprechen meist sehr gut auf dieses Mineralsalze an.

Dasr Calcium phosphoricum könnte man fast schon als universelles Mineralsalz bezeichnen, kommt es doch in allen Körperzellen vor. Dementsprechend wichtig ist es, dass die Verfügbarkeit dieses Stoffes stets gewährleistet ist. Es findet Verwendung als Aufbau-und Kräftigungsmittel, aber auch bei Blutarmut und in der Erholungsphase nach schweren Erkrankungen.

Hat sich ein fieberhafter, entzündlicher Prozess im Körper eingenistet, so kann ihm das Stadium, also solange noch keine Sekretion stattfindet, die Gabe von Ferrum phosphoricum die Erkrankung schnell und wirkungsvoll stoppen. Das Mineralsalz kommt natürlich in unseren Muskelzellen, aber auch in den wichtigen Darmzotten und im Blut vor.

Wurde der rechte Moment verpasst und die Entzündung hat sich im Körper manifestiert, oder ist womöglich sogar chronisch geworden, wird der Therapeut zu Kalium chloratum greifen. Auch chronische Schleimhautentzündungen wie zum Beispiel die Gastritis sprechen sehr gut auf das vierte Schüsslersalz an. Auch dieser anorganische Stoff kommt fast in allen Körperzellen vor.

Stellt sich ein erschöpfter Patient in der Praxis vor, leidet er unter Nervenschwäche und Kräfteverfall, wird der Heilpraktiker ihm das Mineralsalz Kalium phosphoricum verschreiben. Es verwundert nicht, dass genau dieser Stoff in allen Nervenzellen des Körpers und des Gehirns vorhanden ist, aber auch in den Muskelzellen, dem Blut und der Lymphe.
Bei Entzündungen, die schon das dritte Entzündungsstadium erreicht haben, treten gelbliche meist schleimige Sekrete auf. Diese können sehr gut mit dem Mittel Kalium sulfuricum therapiert werden.

Vor allem die Haut und Schleimhäute enthalten diesen Stoff. Leidet der Patient unter Nervenschmerzen, Migräne, Koliken und anderen Schmerzen, ist Magnesium phosphoricum das Mittel der Wahl. Gerade die damit zusammenhängenden Gewebe wie Muskeln, Nerven, Knochen und Zähne enthalten dieses Mineralsalz natürlicherweise.

Vor allem Menschen, die häufig Probleme mit ihrem Wasserhaushalt oder auch mit dem Säure-Basen-Gleichgewicht in ihrem Organismus haben, erfahren durch die Gabe von Natrium chloratum schnell Besserung. Auch Erkrankungen, die typischerweise mit einer Übersäuerung des Organismus einhergehen, wie zum Beispiel der Rheumatismus werden positiv von diesem Salz beeinflusst. Wen wundert es, dass genau dieser Stoff in allen extrazellulären Flüssigkeiten unseres Organismus genauso zu finden ist, wie in den Geweben.

Doch die Biochemie nach Schüssler kennt noch ein weiteres Mittel, das in diese Richtung wirkt. Denn auch Natrium phosphoricum wird eingesetzt, um Rheuma und Gicht zu bessern und einer Übersäuerung des Organismus entgegenzuwirken. Doch auch bei Stoffwechselstörungen, Drüsenschwellungen und Ischiasbeschwerden kann Natrium phosphoricum eingesetzt werden.

Das Salz beeinflusst seine Gegenstücke, die im Körper in den Muskeln und Nervenzellen zu finden sind, aber auch in der Lymphe und den Blutkörperchen findet man Natrium phosphoricum.

Natrium sulfuricum ist angezeigt, wenn ein Patient zu Problemen mit den Ausscheidungsorganen neigt. Solche Patienten sind oft übergewichtig, weisen alte, schlecht heilende Wunden auf und neigen zu Hautausschlägen und Leberbeschwerden. Im Körper findet man dieses Mineralsalz vor allem in Körperhöhlen außerhalb von Zellen.

Silicea ist ein natürlicher Bestandteil des Bindegewebes. Es findet sich also in der Haut, in den Schleimhäuten, den Haaren, Nägeln und Knochen. Doch auch die Nervenzellen sind von diesem Stoff abhängig. Daher sind auch Probleme, die mit diesen Gewebsstrukturen zusammenhängen die Einsatzgebiete dieses Mineralsalzes. Bindegewebsschwäche, die zu Zellulitis, Krampfadern und anderen Leiden führt, kann genauso damit behandelt werden, wie Haar- und Nagelprobleme. Gleich, ob brüchige und weiche Nägel oder Haarausfall.

Zu Calcium sulfuricum schließlich greift ein Therapeut, wenn ein Patient sich vorstellt, der unter Abszessen, Karbunkel, Furunkel und anderen Hautproblemen neigt. Auch lästige Bindehautentzündungen sprechen sehr gut auf das 12. Schüsslersalz an.

Sie sehen also, es gibt sehr viele Beschwerdebilder und Erkrankungen, die mit den sanft wirkenden Mineralsalzen wirkungsvoll und ursächlich behoben werden können. Dabei geht in keinem Fall irgendeine unerwünschte Wirkung von den potenzierten Stoffen aus. Eine rein natürliche Methode, die man bedenkenlos anwenden kann.

Schüßler-Salze: Das Basisbuch

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