Auf die Gesundheit

Nordic Walking – Gehen mit Stöcken statt gehen am Stock

Wer glaubt, dass Nordic Walking ein Sport wäre, bei dem Menschen eine Geh-Hilfe benötigen, irrt sich gewaltig. Denn die auffälligen Trainingsgeräte beim Nordic Walking helfen nicht in erster Linie unsicheren Menschen dabei, die Balance zu halten, sondern sie machen aus dem schnellen Marsch eine Ganzkörper-Sportart. Denn sie bewirken eine wirkungsvolle Beanspruchung der Muskulatur des oberen Körpers. Dafür sorgen die mit dem Schritt-Tempo kombinierten weit ausholenden Armbewegungen, die man synchron zum Marschieren ausführt.
Doch bevor Sie nun sofort in das nächste Sportgeschäft laufen, um sich mit einer kompletten hochwertigen Nordic Walking Ausrüstung auszustatten und danach direkt los zulaufen, sollten Sie sich erst ein wenig genauer über diese Trendsportart informieren.

Die Ganzjahres-Sportart aus dem hohen Norden

Die Finnen sind schon seit über siebzig Jahren die Vorreiter des Nordic Walkings. Sie entwickelten diese Sportart, um ihren Langlauf-Athleten ein angemessenes Sommertraining zu ermöglichen. Für diese Leistungssportler liegt der Schwerpunkt natürlich in erster Linie darauf, die für ihre Disziplin wesentlichen Muskelgruppen zu trainieren. So lag es natürlich nah, die typischen Langlauf-Stöcke in dieses Sommertraining mit einzubeziehen.

Die finnischen Athleten variieren ihr Sommertraining durchaus mit verschiedenen Gangarten und Geschwindigkeiten. Dadurch erzielen sie gute Trainingsergebnisse und gestalten sich ihr Training abwechslungsreich, spannend und vielseitig. Denn die natürlichen Landschaften verlangen von ihnen ja auch verschiedene Langlauftechniken ab. So kennt man in Finnland nicht nur die reinen Walking Bewegungen, sondern joggt auch mit Hilfe der Stöcke, macht Sprünge und viele verschiedene andere Bewegungen.

Doch soweit müssen Sie beim Nordic Walking gar nicht gehen. Ein strammes Marschieren, das vom Einsatz der Stöcke begleitet wird, reicht vollkommen aus. Sie sollten jedoch darauf achten, dass Sie die richtigen Stöcke verwenden. Denn um den Trainingseffekt optimal auf den Oberkörper zu bringen, sind Nordic Walking Stöcke gleichzeitig stabil und leicht. Doch das eigentliche Erfolgsgeheimnis liegt in der Länge der Trainingsgeräte.

Die sinnvolle Ausrüstung

Diese sollte individuell auf die Körpermasse des Trainierenden abgestimmt sein und auch in erster Linie immer vom gleichen Sportler verwendet werden. Teleskop-Stöcke sind in der Länge meist anpassbar und vor allem auf Reisen sehr angenehm, denn sie lassen sich leicht zusammenschieben und dadurch praktisch im Gepäck verstauen. Wer jedoch ernsthaft die Absicht hat, Nordic Walking zu betreiben, sollte lieber auf die stabileren und leichteren fixen Stöcke zurückgreifen. So wird der Schulter-Nacken-Bereich weniger stark beansprucht und neigt weniger zu dazu, zu verkrampfen.

Auch wenn immer wieder die Meinung herrscht, dass die Länge der Nordic-Walking-Stöcke so gewählt sein sollte, dass der Unterarm im Neunzig Grad Winkel zum Oberarm gehalten wird, so geht man aktuell von einem optimalen Verhältnis der Stöcke zur Körperlänge des Sportlers aus. Die Formel für die perfekte Länge liegt in einem Faktor von 0,66.
Als Rechenbeispiel würde bei einem Menschen von 1,75m Körpergröße und dem Faktor 0,66 eine Stocklänge von 1,15m heraus kommen. Die meisten Hersteller bieten ihre Produkte mit Längen an, die in 5cm Stufen eingeteilt sind. Sollte also bei Ihrer Körpergröße eine Nordic Walking Stocklänge ermittelt werden, die so nicht auf dem Markt erhältlich ist, entscheiden Sie sich am besten für die nächst kürzere Version. Das hieße zum Beispiel bei einer ermittelten Stocklänge von 1,13m wählen Sie Stöcke, die 1,10m lang sind. Doch ein guter Nordic Walking Instructor kann Ihnen da gerne beratend zur Seite stehen.

Zum ersten Beschnuppern des nordischen Sports genügen schon geliehene Nordic Walking Stöcke, die die richtige Länge haben, locker aber wärmende Kleidung und ein paar feste und bequeme Schuhe.
Haben Sie Spaß an dem Sport gefunden und sind sich sicher, dass Sie dauerhaft walken möchten, ist es sinnvoll, wenn Sie sich spezielle Funktionskleidung kaufen. So kommen Sie angenehm und gut eingepackt durch alle Jahreszeiten. Hitze, Kälte, Regen oder Schnee können Ihnen darin nichts anhaben und Sie kommen das ganze Jahr in den Genuss dieses wirkungsvollen Sports.
Achten Sie darauf, dass die Kleidung Schweiß vom Körper ableitet, leicht und luftig ist und Sie vor Wind und Wasser schützt. Besonders im heißen Sommer empfinden es viele Sportler als angenehm, wenn sie geeignete Handschuhe beim Nordic Walking tragen. So sind sie vor der Reibung und den Blasen geschützt, die die Griffe und Trageschlaufen der Stöcke erzeugen können und empfinden die Handflächen als angenehm trocken.

Auch gute an gute Laufschuhe sollten Sie denken, wenn die Anzahl der zurück gelegten Kilometer allmählich zunimmt. Solche Spezialisten stützen den Fuß nicht nur besser, als Feld-Wald-Wiesen-Schuhe, sie sind zusätzlich so gebaut, dass sie Stöße und Schritte bestens abdämpfen. So helfen Sie aktiv dabei mit, dass Ihre Gelenke geschont werden.
Wer das Nordic Walking in erster Linie beginnt, um sich vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Co. zu schützen oder aber, wer bisher nur wenig Erfahrungen mit körperlichem Training gemacht hat, kann sich auch einen speziellen Pulsmesser zulegen. So schützen Sie sich nicht nur effektiv vor Überlastung, so ein Gerät kann auch ein wertvoller Helfer bei der effektiven Gewichtsabnahme sein. Dabei berät Sie gerne ein erfahrener Coach.

Erste Schritte mit dem Profi

Überhaupt macht es Sinn, wenn Sie sich das richtige Nordic Walking von einem erfahrenen Trainer erklären und zeigen lassen. Dies gilt nicht nur für ungeübte Sportler und Menschen, die bisher noch keine Erfahrung mit Sport haben, sondern vor allem auch für Menschen, die mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Das richtige Herangehen an die vielseitige Disziplin vermittelt Ihnen nicht nur das Wissen dazu, wie Sie die Lauftechnik am besten an Ihre persönlichen Gegebenheiten anpassen, sondern auch welche Aufwärmübungen Sie durchführen sollten und welche Bewegungen sich nach dem Nordic Walking Parcour eignen, um Sie gesund, schlank und fit zu halten.
Dies sind für die meisten Nordic Walking Begeisterte die Motivationen für den Start in die Trendsportart. Und gesund ist auf alle Fälle jede richtig ausgeführte Bewegung, die man in der freien Natur betreibt.

Gesundheit und Nordic Walking

Denn die positiven Wirkungen auf den Organismus sind vielfältig, wenn man sich an der frischen Luft bewegt. Der stramme Lauf regt das Herz-Kreislaufsystem an, verbessert somit die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung im gesamten Körper. Die Muskeln, Knochen und Sehnen werden beansprucht und Gelenke ordentlich durchbewegt. Dadurch werden sie nicht nur besser mit Nährstoffen versorgt, sondern vor allem die Knochen und Gelenke erfahren eine regelrechte Verjüngung durch eine moderate Belastung. Zusätzlich produziert der Körper vermehrt Vitamin D3, das dem Organismus hilft, Calcium in Knochen einzubauen. Starke, stabile Knochen bis ins hohe Alter sind die Folge.

Wie bei jeder anderen Sportart auch, regen Sie mit dem Nordic Walking die Produktion von körpereigenen Hormonen an. So stehen guter Laune und Glücksgefühlen nichts mehr im Weg. Auch der Stoffwechsel und damit die Fähigkeit des Körpers überflüssige Pfunde loszuwerden wird durch den finnischen Sport angeregt. Dies und die strafferen Muskeln und die verbesserte Haltung macht aus jeder Couch-Potatoe eine attraktive und schlanke Erscheinung.

Viel Bewegung an der frischen Luft ist nicht zuletzt eine wirkungsvolle Waffe gegen Erkältungskrankheiten, die vor allem im Herbst und Winter an allen Ecken und Enden anzutreffen sind. Vor allem wenn Sie sich mit geeigneter Funktionskleidung warm und trotzdem leicht anziehen, schaffen Sie beste Voraussetzungen für ein Training, dass Ihr Abwehrsystem in Schwung bringt und dabei Spaß macht.

Nordic Walking spricht viele Muskeln an

Wer fachmännisch gelernt hat, die speziellen Nordic-Walking-Stöcke zu der Bewegung der Beine zu koordinieren, stärkt weit mehr, als nur die Beine. Das hat der Einsatz der Stöcke dem Laufen in anderen Disziplinen voraus. Wird der rechte Fuß nach vorne gesetzt, bringt der linke Arm seinen Stock gleichzeitig nach vorne. So dreht sich der Oberkörper leicht mit jedem Schritt. Davon profitieren natürlich in erster Linie die Muskeln der Arme und Schulterpartie. Aber auch einige Muskelpartien, die bei vielen modernen Menschen eher verkümmern, werden bei dieser Bewegung gefordert. So zum Beispiel die seitlichen Bauchmuskeln oder auch die unteren Rückenstrecker und viele andere. Die Beinmuskulatur und die Muskeln der umgebenden Zonen, die bei den spezifischen Gehbewegungen gleich mit gefordert werden erfahren natürlich eine vergleichbare Belastung, wie bei anderen Laufsportarten, wie etwa dem Jogging oder dem Walking.

Dies kommt natürlich nicht nur einer verbesserten Haltung zu gute, sondern auch dem Kalorienverbrauch. So können Nordic Walker mit einem um etwa 10-20% erhöhtem Energieumsatz rechnen, als er beim Walken ohne Stockbeteiligung erzielt wird. Doch auch wenn sich die Meinung hartnäckig hält, dass das Nordic Walking gelenkschonender sei, als andere Laufdisziplinen, lässt sich diese Behauptung nach neuesten Erkenntnissen nicht halten. Denn der Gebrauch der Stöcke veranlasst viele Läufer dazu, größere Schritte zu machen. Dadurch ist der Druck, der auf Ferse und dadurch gleichermaßen auf die Knie einwirkt vergleichbar dem, der dem anderer Sportarten.

Das bedeutet, dass Nordic Walking Instruktoren vor allem Menschen, die unter Beschwerden der Fersen, Knie und Hüften leiden, zeigen werden, wie sie ihre Schrittlänge an ihren Gesundheitszustand anpassen sollten. Sprechen Sie also relevante Beschwerden unbedingt im Kurs an. Gut ausgebildete Kursleiter werden Sie beraten, wie Sie Ihr Training für den Bewegungsapparat aber auch das Herz-Kreislaufsystem so perfekt wie möglich anpassen können.

Als gute Einstimmung des Organismus lernen Sie in solch einem Kurs, wie Sie Ihre Gelenke, Muskeln und Bänder gezielt auf die bevorstehende Belastung vorbereiten. Dehnübungen des Oberkörpers mit Drehungen und Streckungen gehören dabei genauso dazu, wie verschiedene Schrittbewegungen und Dehnungen für den unteren Körper. Dabei werden am besten die Stöcke gleich mit einbezogen, was Ihnen von Anfang an dabei hilft, sich an die neuen Geräte zu gewöhnen und sich auf sie zu verlassen. So sind Sie sicher gewappnet, um mit Spaß die ersten Touren zu unternehmen, ohne sich dabei zu übernehmen oder zu verletzen. Außerdem haben spezielle Nordic Walking Kurse den Vorteil, dass Sie die Ausflüge in die Natur mit gleichgesinnten erleben. Davon profitiert die Motivation genauso wie die gute Laune.