Auf die Gesundheit

Leinsamen – klein aber oho

Ein leckeres Dreibrot ohne Leinsamen mögen sich viele gar nicht mehr vorstellen. Denn der nussig-milde Geschmack der Flachssamen bereichert jede Brotzeit. Doch Leinsamen kann sehr viel mehr als gut schmecken. Er ist ein sehr potenter Lieferant von essentiellen Fettsäuren, Eiweißen und Lecithin und außerdem ein bewährter Helfer bei allerhand Verdauungsbeschwerden.

Die wertvollen Öle speichert der Leinsamen allerdings in seinem Inneren, so dass derjenige, der von diesen profitieren möchte, möglichst auf die gebrochene oder gemahlene Variante zurückgreifen sollte. Auch die regelmäßige Verwendung von hochwertigen Leinölen in der Küche sorgt für eine gute Versorgung mit vielen ungesättigten Fettsäuren.

Mit einem Gesamtölanteil von etwa 40% gehört der Leinsamen zu den so genannten Ölfrüchten. Und das Leinöl hat es in sich. Denn Leinöl ist der wichtigste pflanzliche Lieferant an wertvollen Omega-3-Fettsäuren, denn etwa die Hälfte der gesamten im Leinöl enthaltenen Triglyceride besteht aus Omega-3-Fettsäuren.

Außerdem enthält Leinöl das wichtige Vitamin E in bedeutenden Mengen. Vitamin E ist eines der wichtigsten Antioxidantien und als Mittel zur Krebsvorbeugung und gegen vorzeitige Alterung sehr wirkungsvoll.

Doch woran erkennen Sie ein gutes Leinöl? Frisches Leinöl hat einen zart nussigen Geschmack, ähnlich wie die Leinsamen selbst. Der Geschmack enthält grüne Komponenten, schmeckt also zusätzlich leicht krautig, grasig. Sobald es bitter oder ranzig schmeckt, sollten Sie es nicht mehr in der Küche verwenden, da es alt geworden ist. Leider geschieht dies bei dem hohen Vitamin E Gehalt des Öles relativ schnell, so dass es Sinn macht, nur kleine Mengen Leinöl für die Küche zu kaufen. Verwahren Sie das Leinöl immer im verschlossenen Fläschchen an einem kühlen und dunklen Ort. So bleibt es länger frisch.

Es gibt mehrere Typen Leinöl auf dem Markt. Den Unterschied erkennen Sie an der Farbe des Öls. So ist raffiniertes Leinöl hellgelb in der Farbe, bei dem wertvollen kaltgepressten ist die Farbe dagegen eher ein dunkleres Goldgelb. Wurden die Samen warm gepresst, so ändert sich die Farbe des Produkts in ein eher braunes Öl.

Doch in der traditionellen Medizin stecken wird die Leinsaat vor allem wegen ihrer Ballaststoffe und der Schleimstoffe verwendet. Denn durch diese Inhaltsstoffe hat die Leinsaat in erster Linie schleimhautschützende Eigenschaften, regt die Darmtätigkeit an und wirkt abführend.

Je nach Einnahmemethode können Sie selbst steuern, welche Schleimhäute Ihres Verdauungstrakts geschützt werden. Lassen Sie einen Esslöffel gebrochener oder frisch geschroteter Leinsaat in einem Glas voll kaltem Wasser etwa 20 Minuten quellen. Trinken Sie 2-3 Mal täglich ein solches Glas Leinsamenschleim, um einer Magenschleimhautentzündung wirkungsvoll zu begegnen. Dieser Schleim wirkt auch sehr gut gegen Magengeschwüre. Er hilft der angegriffenen Schleimhaut, sich rasch wieder zu beruhigen und abzuheilen.

Sind es eher die Darmschleimhäute, die aktive Unterstützung benötigen, bietet es sich an, dass Sie einen Esslöffel gebrochene Leinsaat in den Mund nehmen, um diese mit einem ganzen Glas kaltem Wasser hinunter zu spülen. So Quellen die Saaten im Körper auf und sind dann am besten mit Schleim ausgestattet, wenn sie bereits den Magen passiert haben. Der Schleim kann sich also wirkungsvoll auf die Darmwände legen und dort seine heilende Wirkung zu entfalten.

Durch die Zunahme an Volumen wirkt der Leinsamen gleich doppelt, denn zum Schleimhautschutz bringt das Volumen den Darm in Schwung. Er wird angeregt, seinen Inhalt weiter zu transportieren und schließlich auszuscheiden. Verstopfung hat so keine Chance.

Dies hilft nicht nur Menschen, die immer wieder unter Verstopfung leiden, sondern auch Patienten, die durch Abführmittel Missbrauch die natürliche Darmregulierung verloren haben.

Auch Personen, die unter Morbus Crohn, also einer entzündlichen chronischen Darmerkrankung erfahren erhebliche Erleichterung, wenn Sie Leinsamen regelmäßig anwenden. Die Entzündungen gehen schnell und nachhaltig zurück, Schmerzen und Krämpfe lassen nach und die Verdauung normalisiert sich.

Eine weitere Darmerkrankung kann sich sehr positiv entwickeln, wenn Betroffene regelmäßig Leinsamen einnehmen. Diese Erkrankung nennt sich Divertikulitis. Auch hier handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es immer wieder zu Entzündungen im Darm kommt. Doch entstehen diese Entzündungen in Schleimhauttaschen, die durch Ausstülpungen der Darmwände entstehen. In diesen Taschen sammeln sich jedoch häufig Bakterien und Nahrungsreste, so dass es zu den gefährlichen Entzündungen kommen kann. Durch die Leinsaat wird der Darm jedoch gedehnt und bei seiner Passage nimmt der Darminhalt dann den Inhalt der mitgedehnten Divertikel, also Schleimhauttaschen mit. Sowohl sich zersetzender Nahrungsbrei, als auch Bakterien werden somit abtransportiert und auf natürlichem Weg ausgeschieden. Somit kann der leidvolle Kreislauf von Entzündungen durchbrochen werden und die Darmschleimhäute geschont werden.

Wichtig ist, dass Sie bei jeder Anwendung von Leinsaat dafür sorgen, dass Sie mindestens eineinhalb Liter Wasser am gleichen Tag zu sich nehmen. Die Leinsamen sollten außerdem unabhängig von anderer Nahrung aufgenommen werden. Es geht also nicht darum, die Körner in Joghurt, Müsli oder ähnliches einzurühren. Denn Milchprodukte und andere Lebensmittel verhindern, dass die Samen mit der notwendigen Wassermenge in Kontakt kommen, was sie daran hindert, genügend aufzuquellen.

Leider gibt es eine wichtige Einschränkung, die man bei der innerlichen Anwendung von Leinsaat unbedingt beachten muss: Alle Arten von Verschlüssen im Verdauungssystem verbieten die Anwendung von Leinsamen.

Zudem sollten Sie beachten, dass Sie zwischen der Einnahme des Leinsamens und anderer Medikamente mindestens 30 bis 60 Minuten vergehen lassen, um zu vermeiden, dass der Schleim die Wirkung der Arznei beeinträchtigt.

Wenn Sie insulinpflichtiger Diabetiker sind, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt, dass Sie beabsichtigen, Leinsamen einzunehmen. Es ist nämlich möglich, dass Sie die Insulinmenge aufgrund des Leinsamens verringern müssen.