Auf die Gesundheit

Lärm im Büro – so schützen Sie sich

Gerade Angestellte in Großraumbüros leiden unter dem hohen Lärmpegel. Nicht selten leiden diese Angestellten früher unter einem Burnout, als ihre Kollegen. Durch die ständige Lärmbelästigung bewegt sich der Cortisolspiegel auf einem permanent hohen Level, was sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt.

Um solche Schäden zu vermeiden, sollte der Lärmpegel im Büro reduziert werden. Nicht immer sind dafür umfangreiche Umbauten oder Renovierungen notwendig.

Lärm macht krank

Wissenschaftler haben bewiesen, dass dauerhafter Lärm über 80 Dezibel nicht nur dem Ohr schadet. Auch die Auswirkungen auf dem Körper sind auf Dauer stark gesundheitsschädigend.

Neben einem unangenehmen Tinnitus löst die Dauerbeschallung Stress im Körper aus. Das heißt, der menschliche Organismus schüttet Stresshormone aus. Als Folge davon steigen der Blutdruck und das Herz wird stärker belastet. Menschen, die tagsüber ständigen Lärm ertragen muss, haben damit ein viel höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, als andere Menschen.

Dauerbeschallung im Büro minimieren

In Unternehmen mit hoher Lärmbelästigung ist der Lärmschutz durch den Arbeitsschutz geregelt. Angestellte in Büros hingegen haben kaum Handhabe gegen den ständigen Krach in Großraumbüros oder gegen den Straßenlärm der nahegelegenen Straße. Für sie regelt zwar der Leitfaden BGI 650 Bildschirm- und Büroarbeitsplätze die zulässigen Lärmpegel (< 70 dB bei Daten- und Texterfassungsarbeiten, < 55 dB bei wissenschaftlichen Arbeiten). Ob der jeweilige Vorgesetzte diese Empfehlungen aber zulässt, bleibt ihm selbst überlassen. Hier hilft nur das Gespräch mit dem Chef, mit den Kollegen oder Eigenhilfe.

Tipp Nr. 1: Textilböden im Büro fordern

Die schalldämmende Wirkung von Textilböden wird oft unterschätzt. Dabei gilt: Je stärker der Textilboden ist, umso höher ist auch die Schalldämmung. Wer also in Büros mit Laminat oder Vinylböden arbeitet, sollte das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen.

Oft genügt es bereits, größere Teppiche auszulegen oder den alten Vinylboden durch einen neuen Vinylboden mit Kork-Mittelschichten auszutauschen. Die Kosten dafür liegen in einem moderaten Bereich. Dank der modernen Verlegetechniken muss für die Verlegung noch nicht einmal der Bürobetrieb eingestellt werden. Die Verlegung durch Klick-Mechanik ermöglicht eine schnelle, saubere und leise Verlegung – auch während des Geschäftsbetriebes.

Tipp Nr. 2: Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen bringen nicht nur Wärme und etwas Häuslichkeit ins Büro. Sie absorbieren sehr gut eventuelle Geräusche durch Kollegen, Schritte oder Telefonate. Dabei muss es sich nicht zwingend um eine riesige Zimmerpalme handeln. Auch die Pflanze auf dem Tisch absorbiert sehr gut Schall und damit Geräusche.

Tipp Nr. 3: Lamellen-Vorhänge statt Jalousien

Nur wenige Büros besitzen Vorhänge. Stattdessen kommen oft die günstigeren Rollos oder Jalousien zum Einsatz. Diese eignen sich jedoch kaum dazu, eventuelle Geräusche zu dämmen. Sinnvoller sind Lamellen-Vorhänge.

Diese Vorhänge reduzieren den Geräuschpegel um ein Vielfaches, halten die störende Sonne fern und sorgen so für ein schöneres Arbeiten im Büro.

Tipp Nr. 4: Handy-Klingeln vermeiden

Nicht nur im Alltag “nervt” das Handy-Klingeln des Mitreisenden oder des Wartenden an der Bushaltestelle. Auch im Büro rauben diese Störenfriede den letzten Nerv. Da es kein generelles Verbot zur Lärmbelästigung durch Handys in Büros gibt, hilft hier nur das klärende und vor allem nette Gespräch mit den Kollegen. Davon profitieren alle Beteiligten.

Bereits die Vibration des Handys zieht die Aufmerksamkeit des Angerufenen auf sich. Das störende Handyklingeln ist daher nicht zwingend notwendig.

Tipp Nr. 5: Trennwände in Großraumbüros

Sogenannte mobile Paravents zeigen vor allem in Großraumbüros eine gute Wirkung. Zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen aufgestellt, schützen sie die jeweiligen Kollegen vor Belästigungen durch Telefonate und Gesprächen.

Die Anschaffung selbst ist nicht teuer. Durch die einfache Handhabung sind diese Trennwände auch in Eigenarbeit schnell aufgestellt.

Tipp Nr. 6: Beratungen in anderen Räumen abhalten

Tauschen sich Kollegen untereinander beruflich aus, leidet meistens derjenige, der dazu gezwungen ist, zuzuhören. Beratungen, berufliche Gespräche und Konferenzen sollten daher nicht im selben Raum abgehalten werden, in dem die Kollegen arbeiten. Sinnvoller ist ein separater Raum, der speziell für solche Gelegenheiten zur Verfügung gestellt wurde. Durch den separaten Beratungsraum werden unbeteiligte Kollegen nicht gestört und können konzentriert arbeiten.

Tipp Nr. 7: Drucker und Kopierer in den Gang

Abgesehen von der gesundheitlichen Belastung durch die Emission schädlicher Stäube, wirken sich Kopierer und Drucker durch die Lärmbelästigung negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Diese Geräte gehören daher nicht in Räume, in denen Menschen arbeiten. Vielmehr sollten sie in separate Räume oder im Flur aufgestellt werden. So stören sie weder durch ihre Geräuschkulisse noch schädigen sie die menschliche Gesundheit.

Tipp Nr. 8: Regale und Schränke

In den meisten Büroräumen befinden sich Regale und Schränke, die zur Ablage bestimmter Unterlagen bestimmt sind. Oft genügen sie aber nicht, um den Lärm im Büro zu minimieren.

Angestellte, die in Büros mit höherer Lärmbelästigung arbeiten, sollten daher dafür sorgen, dass vorhandenen Regale mit Büchern, etc. gefüllt werden. Je mehr Rauminhalt vorhanden ist, umso größer ist die Lärmdämmung.

Sind solche Regale nicht da, sollte das Gespräch mit dem Vorgesetzten zur Anschaffung neuer Regale gesucht werden. Letztendlich profitiert auch er von der besseren Organisation der Unterlagen in Regalen und dem niedrigeren Krankenstand seiner Angestellten.