Auf die Gesundheit

Ingwer: Das ganze Jahr ein gesunder Hochgenuss

Wenig ansehnlich ist sie, die unförmige braune Knolle, und doch ein kleines Wundermittel: Ingwer wird auch in der westlichen Welt zunehmend nicht nur als asiatisches Küchengewürz, sondern wegen seiner vielfältigen Heilwirkungen geschätzt.

Scharfe Knolle mit besonderer Wirkung

Ingwer besitzt eine besondere und doch milde Schärfe. Asiatischen Gerichten verleiht er ein unverwechselbares Aroma, weshalb er auch hierzulande zunehmend im Gebrauch ist. Doch Ingwer ist mehr als nur ein Scharfmacher. Bereits in der ganzheitlichen ayurvedischen Medizin Indiens, die auf einen mehr als 5.000 Jahre alten Erfahrungsschatz zurückblickt, gilt die Ingwerwurzel als Heilmittel für zahlreiche Gebrechen. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin weiß man um die heilende Wirkung des Ingwers. Die westliche Medizin profitiert von diesen Erkenntnissen und verwendet Ingwer als Bestandteil in verschiedenen pharmazeutischen Produkten. So wirkt er:

  • wohltuend bei Verdauungsbeschwerden
  • stärkt das Immunsystem und
  • regt den Stoffwechsel an.

Die Heilkraft des Ingwers

Als Gewürz und Heilpflanze erfreut sich Ingwer seit Tausenden von Jahren in verschiedenen Kulturen großer Beliebtheit. In der Naturheilkunde und der Volksmedizin greift man längst schon auf seine heilende Wirkung zurück. Selten ist eine angenehme geschmackliche Intensität mit der wohltuenden Wirkung auf den Organismus derart vereinbar.

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Ingwers ist zum größten Teil auf die enthaltenden Scharfstoffe zurückzuführen. Sie sind auch für die prägnante, jedoch meist als sehr angenehme und unaufdringlich empfundene Schärfe verantwortlich. Mineralien, Vitamine und ätherische Öle verstärken den gesunden und energiespendenen Effekt der Knolle.

Die Wirkungsweise der enthaltenen Scharfstoffe wie Gingerole und Shoagole wird häufig mit der eines Schmerzmittels verglichen. Auch konnte bislang eine entzündungshemmende Wirkung dieser Stoffe festgestellt werden, so dass Ingwer bei allen entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ein beliebtes natürliches Heilmittel darstellt. Nachweislich regt Ingwer zudem den Stoffwechsel und die Fettverbrennung an und kann so unterstützend bei Diäten oder Heilkuren wirken. Zusätzlich dient Ingwer ob als Wasser, Kapsel oder Tee der Verdauung und gilt als verlässliches Mittel gegen Übelkeit aller Art, sei es aufgrund von Verdauungsproblemen, Erkrankungen des Magen-Darm-Apparates oder auch bei Vorliegen einer Reisekrankheit. Ingwer findet in der Krebsforschung ebenso Berücksichtigung wie aufgrund seiner blutverdünnenden Eigenschaften in der Thromboseprophylaxe.

Gegenanzeigen

Wie jedes Heilmittel, das eine derart starke Wirkung auf den menschlichen Organismus ausübt, kann auch die Einnahme von Ingwer sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken. Besonders im Hinblick auf die blutverdünnende Eigenschaft ist in manchen Fällen Vorsicht geboten. Bluthochdruck kann beispielsweise hierdurch begünstigt werden. Auch sollte Ingwer aus diesem Grund unmittelbar vor einer Operation nicht verzehrt werden. Manche Menschen zeigen eine Überempfindlichkeit gegenüber dieser Wurzel und reagieren mit Durchfall, Erbrechen oder allergischen Hautirritationen. Da Ingwer zudem anregend auf die Gallensaftproduktion wirkt, könnte dies für Menschen, die unter Gallensteinen leiden, ebenfalls nachteilig sein.

Nicht erwiesen ist zwar bislang der Verdacht, dass der Genuss von Ingwer Wehen auslösen könnte, da hierzu jedoch nicht ausreichend Erfahrungswerte vorliegen, ist im Falle einer Schwangerschaft besser auf den Verzehr von Ingwer zu verzichten.

Wärme von Innen: Ingwertee

Eine wohltuende Eigenschaft des Ingwers ist seine angenehme milde Schärfe, die den Körper innerlich aufheizt. Gerade in der kälteren Jahreszeit ist daher ein Teeaufguss aus Ingwer ideal, um Erkältungen vorzubeugen und das Immunsystem zu stärken. Aber auch bei:

  • Übelkeit,
  • allgemeinem Unwohlsein
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit oder
  • Verdauungsproblemen

kann ein Ingwertee schnell Abhilfe schaffen, da die Wirkstoffe so unmittelbar in den Körper transportiert werden und ihre Wirkung voll entfalten können.

Es gibt im Handel bereits fertigen Ingwertee zu kaufen wie auch ein Ingwerpulver aus getrockneter Ingwerwurzel, das nur noch in einem Glas heißem Wasser aufgelöst werden muss. Erfahrungsgemäß ist jedoch die eigene Zubereitung mit frischem Ingwer am ehesten zu empfehlen. Hierzu wird der frische Ingwer in feine Scheiben geschnitten und mit kochendem Wasser übergossen. Ingwer harmonisiert sehr gut mit unzähligen anderen Kräutern und Lebensmitteln, so dass bei der Herstellung des gesunden Ingwertees eine Teemischung ganz nach Geschmack kreiert werden kann. So bieten sich beispielsweise Süßholz, Zitrone, Minze, Zitronengras, Grüner oder sogar Schwarzer Tee als weitere Zutaten an. Je länger der Ingwer im heißen Wasser zieht, umso intensiver und schärfer entfaltet sich das Aroma.

Ingwerwasser

Mit dem Begriff Ingwerwasser meinen viele das Gleiche wie den Ingwertee. Es handelt sich hierbei um das gleiche Prinzip. Frischer Ingwer wird in Scheiben geschnitten und mit kochendem Wasser übergossen. Nachdem der Ingwer einige Minuten gezogen hat, kann das so hergestellte Ingwerwasser mit Zitrone oder etwas Honig gesüßt werden. In der Tradition des Ayurveda wird Ingwerwasser wie auch Zitronenwasser oder pures ayurvedisches Wasser über den Tag verteilt heiß als Getränk genossen und trägt so dem allgemeinen Wohlbefinden bei. Der Genuss kalter Getränke, wie es in den westlichen Ländern Gang und Gäbe ist, gilt hingegen in der ganzheitlichen Medizin als nachteilig für den Stoffwechsel und den Verdauungsapparat.

Alternativen, wenn’s nicht schmeckt

Das prägnante und scharfe Aroma Ingwers lässt sich nicht abstreiten und ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Doch auch wer sich mit dem Geschmack des Ingwers nur wenig oder gar nicht anfreunden kann, braucht auf seine heilende Wirkung nicht gänzlich zu verzichten. Grundsätzlich sind Ingwerpulver, die aus den getrockneten Wurzeln gewonnen werden, weniger geschmacksintensiv. Auch kandierte Ingwerstücke sind geschmacklich wesentlich milder. In Apotheken und teilweise in Reformhäusern sind völlig geschmacksneutrale Ingwerpräparate erhältlich, die allerdings auch ihren Preis haben. Ingwertee kann mit anderen Kräutern kombiniert werden, deren Eigengeschmack den des Ingwers neutralisieren. Auch kann mit wenig Ingwer ein leichtes Ingwerwasser hergestellt werden. Wenn der Ingwer nicht allzu lange zieht und das Wasser eventuell mit Honig oder Zitrone entsprechend abgeschmeckt wird, ist in dieser Form Ingwer auch für „Einsteiger“ gesundheitsfördernd und wohltuend.