Auf die Gesundheit

Für ungetrübtes Reisevergnügen: Jetzt an den notwendigen Impfschutz denken

Der Sommer ist endlich da, und für viele Menschen beginnt die schönste Zeit im Jahr: die Urlaubszeit. Meist schon lange im Voraus gebucht, geht man nun daran, sich nun in nahezu jeder Hinsicht auf den Jahresurlaub vorzubereiten. Die Reisegarderobe wird aufgestockt, und an der Bikinifigur wird ebenso gearbeitet wie an der sanften Vorbräunung. Darüber hinaus versäumen es viele, den eigenen Impfschutz zu überprüfen. Doch gerade dieser ist besonders bei Reisen in ferne Länder wichtig, um das Reisevergnügen nicht durch unerwartete Erkrankungen zu trüben.

Dabei empfiehlt sich notwendiger Impfschutz nicht nur bei Aufenthalten in exotischen Ländern. Auch in näherer Umgebung lauern gefährliche Erreger.

Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Schutzimpfungen, die sie vor Antritt einer Reise in Erwägung ziehen sollten.

Tetanus

Die für Deutschland zuständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt grundsätzlich eine Impfung gegen den gefährlichen Wundstarrkrampf, der auch im Urlaub durch kleinste Verletzungen hervorgerufen werden kann. Meistens erfolgte die erste Impfung bereits im Kindesalter. Die wenigsten denken jedoch rechtzeitig daran, den Impfstatus regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen. Innerhalb Deutschlands ist es im Falle einer Verletzung jederzeit unkompliziert möglich, nachträglich die Impfung bzw. die Auffrischung vorzunehmen. Wer jedoch im Ausland mögliche Komplikationen oder Aufwände im Falle eines Falles vermeiden möchte, tut gut daran, sich frühzeitig vor Reiseantritt um die Auffrischung der Impfung zu bemühen.

In Deutschland ist die Kombination aus Tetanus-, Diphterie und Keuchhusten-Immunisierung in einer Dreifach-Impfung generell empfohlen.

Diphterie

Diphterie gehört zu den Krankheiten, gegen die generell weltweit eine Immunisierungsempfehlung gilt. Ein erhöhtes Diphtherierisiko besteht in Süd- und Osteuropa, in den ehemaligen GUS-Staaten sowie in Gebieten der Tropen. Meist wird die Impfung gegen Diphterie in einer Kombi-Impfung zusammen mit Tetanus und Keuchhusten verabreicht.

Um ausreichend immunisiert zu sein, sollte der Impfschutz frühzeitig vor dem geplanten Urlaub in Angriff genommen werden. Dabei sollten zur Grundimmunisierung zwei Impfungen im Abstand von vier bis acht Wochen sowie eine dritte Impfung circa 12 Monate später erfolgen. Diese vollständige Impfung muss in jedem Fall erfolgen, auch wenn bereits eine Vorerkrankung vorliegt, da eine Immunisierung dadurch nicht unbedingt gegeben ist.

Masern

Die Kinderkrankheit Masern wird häufig unterschätzt. Besonders im Erwachsenenalter kann der Krankheitsverlauf bei Infektion äußerst gefährlich sein. Daher wird die Impfung in Deutschland generell empfohlen. Weltweite Maser-Epidemien haben sich in den letzten Jahren gehäuft, sodass eine Immunisierung auch dann sinnvoll ist, wenn man in klassische Urlaubsländer wie Italien oder Frankreich reist. Auch die USA sind derzeit gehäuft von Masern-Epidemien betroffen.

Die Impfung selbst ist wenig zeitaufwändig, sie kann einmalig bis zu 10 Tage vor Reiseantritt noch erfolgen.

FSME

Die Gefahr, an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis kurz FSME zu erkranken, ist auch innerhalb Deutschlands in so genannten Risikogebieten erhöht. Besonders Naturliebhaber sollten eine entsprechende Immunisierung in Erwägung ziehen, da die Krankheit in der Regel durch den Zeckenbiss übertragen wird und diese nahezu überall lauern können, wo uns eine üppige Natur zu Wanderungen und Spaziergängen einlädt.

Für die Grundimmunisierung sind insgesamt drei Spritzen notwendig. Die zweite sollte circa eins bis drei Monate nach der ersten Impfung erfolgen, die dritte schließlich nach weiteren sechs bis neun Monaten. Somit empfiehlt es sich, sich auch um diesen Impfschutz frühzeitig zu kümmern.

Hepatitis A

Mit dieser Infektionskrankheit, die eine Entzündung der Leber verursacht, können sich Reisende nicht nur bei Fernreisen anstecken. Auch im Mittelmeerraum und im vorrangig südlichen Osteuropa besteht ein erhöhtes Risiko, an Hepatitis A zu erkranken. Die Ansteckung erfolgt zum Beispiel über verunreinigtes Wasser, durch den Verzehr von Rohkost wie Salat, ungeschältem Obst und Gemüse oder auch durch Meeresfrüchte.

Nicht immer wird eine Hepatitis A-Erkrankung bemerkt, da die üblichen Symptome wie Erbrechen, Übelkeit und Druckschmerzen nicht bei allen gleichermaßen auftreten. Eine nicht behandelte Hepatitis kann jedoch zu nachhaltigen Schädigungen der Leber führen.

Eine Impfung empfiehlt sich circa 14 Tage vor Reiseantritt.

Typhus

Bei Typhus handelt es sich um eine besonders gefährliche Salmonellen-Erkrankung, die starken Durchfall auslöst. Insbesondere bei Reisen in die Tropen sollte die Schluckimpfung durchgeführt werden. Aber auch in Südeuropa tritt Typhus vermehrt auf, so dass Reisefreudige sich grundsätzlich Gedanken über die Immunisierung machen sollten.

Malaria

Malaria ist die weltweit am meisten verbreitete Krankheit. Dieses Tropenfieber kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Im Gegensatz zu der allgemeinen Annahme, man könne sich auch gegen Malaria impfen lassen, gibt es keine Immunisierungsmöglichkeiten. Jedoch ist es wichtig, sich im Vorfeld der Reise darüber zu informieren, ob es sich bei dem Urlaubsort um ein Malaria-Gebiet handelt. Bei zu erwartender Ansteckungsgefahr wird der Arzt ein entsprechendes Medikament verschreiben, das zum Schutz gegen Malaria auf der Reise mitgeführt werden sollte. Bei Auftreten von Symptomen, die eine Malaria-Erkrankung kennzeichnen könnten, empfiehlt es sich dann, das Medikament einzunehmen. Auch kann es prophylaktisch zum Schutz gegen die Auswirkungen einer Malaria-Infektion verabreicht werden.

Gelbfieber

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine Viruserkrankung, die von Stechmücken übertragen wird. Risikogebiete sind vor allen Dingen afrikanische und südamerikanische Länder. Da Gelbfieber nicht nur hohes Fieber, Übelkeit und Erbrechen auslöst, sondern auch einen tödlichen Verlauf nehmen kann, empfiehlt es sich unbedingt, sich mindestens zehn Tage vor Reiseantritt bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle immunisieren zu lassen.

Cholera

In Europa nahezu ausgestorben, wütet diese Krankheit in anderen Teilen der Welt immer noch. Einige Risikoländer verlangen vor Einreise einen entsprechenden Impfschutz. Bei Reisen in Länder mit schlechten Sanitäranlagen und Mangel an sauberem Trinkwasser empfiehlt es sich, sich über mögliche Risiken einer Cholera-Infektion zu informieren, da die Krankheit tödlich verlaufen kann. Zu den Risikogebieten zählen Teile Südostasiens, Indiens und Indonesiens, Vorderasiens, Afrikas aber auch einige Gebiete in Mittel- und Südamerika.

Lassen Sie sich ärztlich beraten

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie für Ihren geplanten Urlaub einer Schutzimpfung bedürfen, scheuen Sie sich nicht, einen Termin für ein Beratungsgespräch bei Ihrem Hausarzt zu vereinbaren. Dieser wird das individuelle Ansteckungsrisiko überprüfen und Ihnen gegebenenfalls entsprechende Immunisierungsvorschläge machen.