Auf die Gesundheit

Hyaluroncremes unter der Lupe

Die Hyaluronsäure ist im Moment fast in aller Munde. Sie soll wahre Wunder bewirken und Falten langfristig den Garaus machen können. So unterspritzen Kosmetiker und Schönheitschirurgen unter anderem mit dieser stark Wasser bindenden Substanz erfolgreich Falten und puffern unschön gewordene Zonen wie Wangen, Lippen und Dekolleté damit auf.

Vor allem die Tatsache, dass unser Körper dazu in der Lage ist, Hyaluronsäure selbst zu bilden, macht diese Substanz besser verträglich als andere Präparate. Meist wird die für solche Zwecke hergestellte Hyaluronsäure aus Hühnerbestandteilen oder aus gentechnisch veränderten Streptokokken, einer Bakterienunterart hergestellt. Die aus Bakterien gewonnene Version dieser Säure ist besonders für die innere Anwendung geeignet, da sie keine tierischen Eiweiße und somit auch kein Allergiepotential enthält.

Die Hyaluronsäure ein Polysaccharid, also ein langkettiger Zucker, der in der Lage ist, eine große Menge Wasser an sich zu binden. Je nachdem, in welcher Form die Hyaluronsäure vorliegt, kann sie bis zum 6.000fachen ihrer Masse an Wasser an sich binden. Dazu bildet sie eine gelartige Masse, die im Körper vielfältige Funktionen übernehmen kann.

So finden sich die Hyaluronsäure und ihre Abkömmlinge in unseren Gelenken, wo sie als Gelenkschmiere, aber zum Beispiel auch als Puffersubstanz in den Bandscheiben dienen. Aber auch der Glaskörper unseres Auges, besteht zu 98% aus Hyaluronsäure. Aber natürlich auch die menschliche Haut enthält mit einer Konzentration von 2mg/ml eine hohe Konzentration dieser wertvollen Substanz. Dort ist sie in erster Linie für die Elastizität der Haut und die Speicherung von Wasser in der Epidermis zuständig. Sie ist einer der Faktoren, die dafür sorgen, dass die Haut prall und ebenmäßig erscheint. Doch mit der Zeit altert die Haut und vor allem freie Radikale sorgen für unperfekte Stellen. Fältchen und später Falten entstehen, die Haut verliert ihre Elastizität und erscheint alt.

Faktoren der Hautalterung

Da sich Entwickler von Anti-Falten Cremes ständig auf der Suche nach neuen, wirkungsvollen Inhaltsstoffen befinden, die ihre meist weiblichen Kunden zufrieden stellen, sind sie vor einigen Jahren auch auf die Hyaluronsäure gekommen. Doch was ist es, was dieser eigentlich körpereigene Stoff in der Haut bewirkt?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns am besten zuerst einmal an, wie es denn überhaupt zur Faltenbildung in der menschlichen Haut kommt.

Für Falten sind verschiedene Prozesse im Körper, aber auch schädigende und den Alterungsprozess vorantreibende Einflüsse von außen verantwortlich. So verlangsamt und vermindert der menschliche Körper im Laufe der Jahre die Produktion einiger wichtiger Stoffe in unserer Haut.

Dieser Prozess beginnt zwar im Allgemeinen schon um das dreißigste Lebensjahr, wird aber besonders deutlich, sobald der Körper in die Wechseljahre kommt. Bei beiden, Mann und Frau, verändert sich die Qualität der Haut, sie wird dünner, schlaffer und weniger elastisch. Erste Fältchen werden spätestens jetzt zu Falten, vor allem bei schlanken Menschen. Spätestens, da auch der Lebensstil stark beeinflusst, ob unsere Haut vorzeitig altert. Denn wer seinen Körper starkem Stress und Schlafmangel, einem Übermaß an künstlichem oder natürlichen Sonnenlicht, aber auch schlechter Nahrung, Alkohol und Nikotin aussetzt, wird schon deutlich früher erhebliche Alterungsschäden an seiner Haut festgestellt haben. Ärzte sprechen in einem solchen Fall von einer beschleunigten Hautalterung.

Schlechte Ernährung bewirkt, dass dem Körper die Bausteine fehlen, aus denen er hautschützende Substanzen und auch neue, perfekte Hautzellen herstellen könnte. Minderwertige Hautzellen können aber nicht den gleichen jugendlich schönen Hauttyp ergeben, wie hochwertige und gesunde.

In den letzten Jahren liest man auch immer wieder über den schlechten Einfluss, den freie Radikale auf unsere Haut haben. Diese freien Radikale befinden sich stets und überall um uns herum. Ein gesunder Organismus ist durchaus dazu in der Lage, diesen natürlichen freien Radikalen entgegenzuwirken. Nimmt deren Anzahl jedoch unverhältnismäßig stark zu oder stehen dem Körper nicht genügend Antioxidantien zur Verfügung, die diese Radikale unschädlich machen, dann sieht man dies schnell unserer Haut an. Sie wird fahl, welk und faltig.

Solche Antioxidantien kann man dem Körper sowohl innerlich zufügen als auch der Haut direkt in Form einer Creme zur Verfügung stellen. Die wichtigsten Antioxidantien sind Polyphenole, Flavonoide, das Coenzym Q10 sowie die bekannten Vitamine A, C und E.

Cremes, die so genannte Phyto-Östrogene enthalten, also Geschlechtshormone, die aus Pflanzen gewonnen werden, helfen nachweislich der Haut auch, sich gegen die hormonell bedingte Hautalterung zu wehren. So sind häufig Ginseng, Grüntees und Sojabestandteile in Cremes zu finden.

Hyaluronsäure als Feuchtigkeitsspender

Ein weiterer besonders wichtiger Bestandteil von hochwertigen Anti-Falten-Produkten sind jedoch Stoffe, die rückfettend und feuchtigkeistbindend wirken. Diese Stoffe sind in erster Linie dafür verantwortlich, die Haut elastisch zu halten, sowie sie mit Feuchtigkeit und Fett zu versorgen. Sie sind extrem wichtige Faktoren bei der Bekämpfung von Falten.

Es macht also, unabhängig vom Lebensstil, Sinn mit voranschreitendem Alter Cremes zu verwenden, die feuchtigkeitsspendende und rückfettende Eigenschaften haben. Doch damit müssen Menschen, deren Haut dünn, empfindlich und trocken ist, früher beginnen als andere, deren Haut eher dick, robust und ölig ist. Es ist also nicht nur eine Frage dessen, wie wir unser Leben führen, ob wir früh Falten bekommen oder nicht. Die Hautalterung ist zudem auch genetisch bedingt.

Um einen solchen Feuchtigkeits- und Fettmangel auszugleichen, werden Anti-Falten Cremes am häufigsten Glycerin, Panthenol, Milchsäure, Harnstoff, diverse Algenextrakte und natürlich die Hyaluronsäure zugesetzt. All diesen Stoffen ist es möglich, die Feuchtigkeitsversorgung der Haut deutlich zu verbessern, doch nur einer dieser Stoffe kann bis zum 6.000fachen seines Eigengewichts an Wasser an sich binden!

Effektiv ist jedoch die Wasserspeicherkapazität, der in Hautcremes enthaltenen Hyaluronsäuren geringer. Denn um die Haut besonders nachhaltig zu füllen und Falten zu vermindern, muss die Hyaluronsäure möglichst bis in die tiefsten Schichten der Epidermis vordringen können. Um dies zu ermöglichen, müssen ihre Molekülketten möglichst kurz sein. Doch die tatsächlich in den Cremes  verwendeten Hyaluronsäuren können immer noch eine erhebliche Menge an Wasser binden und nach dem Auftragen den verschiedenen Hautschichten zur Verfügung stellen.

Gute Verträglichkeit

Einer der Faktoren, warum gerade hyaluronsäurehaltige Pflegeprodukte so beliebt sind, ist ihre gute Verträglichkeit. So können Sie das gleiche Produkt für die komplette Gesichtspartie verwenden, also auch für die empfindliche Augenpartie. Trotzdem darf man auch von diesen hyaluronsäurehaltigen Cremes und Gels keine Wunder erwarten. Denn wie alle anderen von außen zugeführten Stoffe, können Sie nie gänzlich in alle Schichten der Haut eindringen, um sie so komplett von Falten befreien zu können. Außerdem hält der faltenfüllende Effekt nicht allzulange vor. Mit mehr als ein bis zwei Tagen sollte man nicht rechnen.

Da helfen Injektionen mit Hayluronsäure durch den Hautarzt schon länger anhaltend. Denn nicht nur, dass mit dieser Methode die Wirkung in allen Hautschichten eintritt, das Ergebnis ist auch deutlich dauerhafter. In die Haut injizierte Hyaluronsäure behält bis zu neun Monate ihre faltenfüllende Wirkung. Erst dann muss erneut behandelt werden.

Trotzdem ist der Effekt, den Anti-Falten Produkte mit Hyaluronsäure hervorrufen angenehm und sichtbar. Wunder dürfen allerdings auch davon nicht erwartet werden. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich durch die orale Gabe von Hyaluronsäure. Durch neue Herstellungsverfahren ist es gelungen, gut verträgliche, bioverfügbare und als vegetarisch geltende Hyaluronsäure herzustellen, die leicht und praktisch als Kapseln oder Tabletten eingenommen werden kann. So kommt die Wirkung der Säure nicht nur der Haut zu Gute, sondern auch der Gelenke und Bandscheiben.