Auf die Gesundheit

Gute alte Hausmittel gegen Erkältung

Fast mit einem bisschen Wehmut denken viele an die Hausmittelchen zurück, die Großmutter früher immer anwendete, wenn eine Erkältung auftauchte. Von Hühnersuppe über Milch mit Honig bis hin zu einer Schwitzkur war vieles vertreten, vor allem aber ganz viel Aufmerksamkeit und Liebe. Und die tut nicht nur Kindern gut, sondern nachweislich allen erkrankten Personen. Doch auch wer alleine lebt, kann sich mit Hausmitteln nicht nur eine anfliegende Erkältung im wahrsten Sinne des Wortes vom Halse halten, sondern auch ihre Symptome lindern und die Dauer verkürzen. Wir haben uns die wichtigsten für Sie angeschaut und stellen sie Ihnen in diesem Artikel vor.

Wie Erkältungen entstehen

Eine Erkältung ist eine akute, meist durch Viren hervorgerufene Infektion der oberen Atemwege. Der Begriff obere Atemwege bezieht sich auf die Nase, mit der Nasenschleimhaut, der Nasenhöhle und den Nasennebenhöhlen, sowie der Mund- und Rachenraum. Bei einer akuten Erkältung entzünden sich die Schleimhäute der beteiligten Atemwege. Infolge dessen kann es zu Entzündungen, Schwellungen und vermehrter Sekretbildung kommen. In manchen Fällen entstehen Befindlichkeitsstörungen, aber vor allem deshalb, weil die entzündeten Schleimhäute zu trocken und empfindlich sind oder weil dickes, schwer lösliches Sekret entsteht, das sich nur schwer abhusten oder abniesen lässt.

Menschen, deren Immunsystem einwandfrei arbeitet, leiden sehr selten unter einer Erkältung, ist das Immunsystem jedoch geschwächt, können Viren überhand nehmen und zu der unangenehmen Erkrankung führen.

Zu den Stressfaktoren, die das Immunsystem schwächen können, gehören nicht nur Druck, Zeitnot und Ärger im Privatleben und auf der Arbeit, sondern auch vorangegangene Infektionskrankheiten, Wetter- und Jahreszeitenwechsel, Vitalstoff- und Schlafmangel. Auch Faktoren wie Allergien und Behandlungen mit Immunsuppressiva, Medikamente, das Lebensalter oder auch die Schwächung des Systems durch Leistungssport, Unfälle und Traumen oder auch ein rasanter Temperatursturz können zu einer vermehrten Infektanfälligkeit führen.

Deshalb kommt es meist auch zu so genannten Erkältungswellen, in denen man allenthalben auf infizierte Mitmenschen trifft. Vor allem, wer viel am öffentlichen Leben teilnimmt wie in öffentlichen Transportmitteln, Kindergärten, Schulen, Arztpraxen und Krankenhäusern, ist einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.

So vermeiden Sie eine Erkältung

Wer sich für die bevorstehende Erkältungszeit wappnen möchte, kann allerhand tun, damit er sich gar nicht erst ansteckt. Eine gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Seefisch versorgt Sie mit den wichtigen Bausteinen, die Ihr Immunsystem stark hält. Härten Sie zudem Ihren Körper ab, verbringen Sie viel bewegte Zeit draußen an der frischen Luft. Haben Sie Spaß an der Bewegung, ob Ballspielen, Radeln oder Wandern, es gibt sehr viele Möglichkeiten, sich die Zeit im Freien kurzweilig und schön zu gestalten. Tragen Sie dabei Kleidung, die Sie nicht einengt, damit Sie keine Ausrede haben, sich nicht bewegen zu wollen. Vermeiden Sie Stauhitze, aber auch kalten Wind oder Regennässe, indem Sie besser mehrere Schichten dünner Kleidung anziehen. So können Sie Ihre Kleidung schnell und einfach anpassen, wenn das Wetter sich ändert. Unsere Großeltern nannten dies Zwiebeltechnik.

Auch zu Hause können Sie Ihren Körper aktiv auf einen erkältungsfreien Winter vorbereiten. Machen Sie in Ihrem Bad Wechselduschen oder auch ansteigende Bäder. Auch der Besuch des Hallenbades oder der Sauna sind gut, um Sie zu bewegen und Ihre Abwehrkräfte zu steigern. Nur wenn Sie akut an einer Erkältung leiden, sind sowohl Hallenbad als auch Sauna tabu.

Die Naturheilkunde kennt auch einige Pflanzen, die Ihr Immunsystem stärken können. So sind Roter Sonnenhut, Cystus, Holunder, Granatapfel, Schafgarbe, die Acerolakirsche und der Knoblauch nicht nur gute Lieferanten für Mineralien und Vitamine, sie haben auch entweder selbst Inhaltsstoffe, die vor viralen Infekten schützen, oder sie sind dazu in der Lage, den Körper bei der Virusbekämpfung zu unterstützen.

Wenn eine Erkältung aufzieht

Wenn es Sie trotzdem einmal erwischt, handeln Sie möglichst schnell. Merken Sie, dass eine Erkältung aufkeimt, versuchen Sie unter Tage so viel wie möglich zu trinken und möglichst viel frisches Obst zu essen. Sobald Sie nach Hause kommen, machen Sie sich dann am besten gleich ein Salzbad. Geben Sie dazu zwei Hände Bittersalz, oder zur Not auch gewöhnliches Haushaltssalz in Ihre Wanne und füllen Sie sie mit heißem Wasser. Geben Sie nur so viel kaltes Wasser dazu, wie Sie es gerade noch ertragen. Bleiben Sie so lange im Bad, wie es Ihnen angenehm ist. Rubbeln Sie sich anschließend ab und packen sich in viel wärmende Kleidung und dann nichts wie ab ins Bett zur Schwitzkur.

Achtung: für Menschen mit Krampfadern, Herzproblemen oder Bluthochdruck ist das Salzbad leider nicht geeignet. Halten Sie Ihre Füße warm, achten Sie darauf, dass Ihre Raumluft warm und ausreichend befeuchtet ist und machen Sie eine Schwitzkur in Ihrem Bett. Dazu können Sie vor dem Schlafengehen eine heiße Zitrone trinken und sich am besten in mehrere Lagen Schlafanzüge oder Jogginganzüge einpacken. Schön in Decken gehüllt, steigt Ihre Körpertemperatur hoch genug, dass die Viren über Nacht unschädlich gemacht werden können.

Wenn Sie am Morgen aufstehen, nehmen Sie zuerst eine reinigende Dusche und geben die komplette Kleidung in die Wäsche. Gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust mit viel Wasser oder am besten mit frisch gekochter Hühner- oder Gemüsebrühe aus. Die bringt nicht nur genug Flüssigkeit, sondern auch Mineralien in den Körper. Außerdem befeuchtet sie trockene Schleimhäute und hilft beim Abhusten von fest sitzendem Schleim. Wer es sich leisten kann, sollte seine Suppe unbedingt mit einer größeren Menge an Knoblauch und vielleicht auch etwas Ingwer würzen. Der Knoblauch wirkt ja bekanntlich antiviral und antibiotisch und Ingwer heizt dem Körper so richtig ein.

Auf was Sie nun absolut verzichten sollten, sind fette, schwer verdauliche Speisen, Alkohol und Zigarettenrauch. Diese belasten nur unnötig Ihren Organismus und blockieren dessen Bemühungen, mit den Erregern fertig zu werden. Vermeiden Sie während der Erkältung körperliche Anstrengung. Ein leichter Spaziergang an der frischen Luft ist jedoch sehr empfehlenswert, vor allem dann, wenn sie sich warm anziehen. Gehen Sie am Abend am besten noch einmal eine schöne Runde und legen Sie sich dann früh schlafen. So wird Ihr Körper gut gewärmt und mit Sauerstoff versorgt und erhält anschließend die Ruhe, die er braucht.

Wer unter angeschwollenen Schleimhäuten und verstopfter Nase leidet, kann sich die Atmung erleichtern, indem er mit einem abschwellend wirkenden Erkältungsbalsam in heißem Wasser inhaliert. Meist erweitern diese Produkte noch die Bronchien, wodurch das Atmen erleichtert wird.

Wer kein solches Fertigpräparat zur Hand hat, kann das Wasser mit ätherischen Ölen anreichern. Es kommen Pfefferminze, Eukalyptus und Thymian in Frage. Geben Sie etwa drei bis fünf Tropfen in das heiße Wasser und schließen Sie vor dem Inhalieren unbedingt die Augen, vor allem ganz zu Beginn, wenn das Wasser noch sehr heiß und die ätherischen Öle noch sehr konzentriert sind.  Für eine solche Inhalation muss es nicht gleich der teure Inhalator aus der Apotheke sein, ein Topf und ein Handtuch tun auch ihre Dienste. Füllen Sie ein bis zwei Liter Wasser in den Topf und erhitzen Sie es. Kurz bevor Sie mit dem Inhalieren beginnen, geben Sie die ätherischen Öle dazu.

Wer in erster Linie unter trockenen, rauen und schmerzhaften Atemwegen leidet oder Probleme mit dem Abhusten fest sitzenden Schleims hat, kann gerne auch mit Kamille oder normalem Haushaltssalz inhalieren. Besorgen Sie sich für das Kamillendampfbad frische Kamillenblüten in der Apotheke oder im Kräutergeschäft und geben eine Hand voll davon in zwei Liter kochendes Wasser. Möchten Sie lieber mit Salz inhalieren, so setzen Sie dem kochenden Wasser drei gehäufte Esslöffel Salz zu.

Schmerzt der Hals, der Rachen ist rau und jedes Husten wird zur Qual, sollten Sie auf ein leckeres Hausrezept von Großmutter zurückgreifen: heiße Milch mit Honig. Geben Sie den Honig erst kurz vor dem Trinken in die Milch, damit er nicht zu sehr erhitzt wird, so haben Sie auch von den wertvollen Inhaltstoffen des Honigs einen Nutzen, immerhin sind die in der Lage, Bakterien und Viren zu bekämpfen. Trinken Sie die Honigmilch sehr langsam, so legt sie sich schützend auf die rauen und gereizten Schleimhäute. Sie werden sehen, dass Sie schnell eine erhebliche Besserung verspüren. Wer keine Milch mag oder verträgt, kann den Honig auch in einen Tee geben. Es bieten sich Lindenblüten, Thymian-Salbei und Kamille an.

Sollte die zarte Haut um Ihre Triefnase gerötet und gereizt sein, dann können Sie den Honig auch wie eine Salbe auf diese Hautpartien auftragen. Er beruhigt die gereizte Haut und macht sie wieder geschmeidig. Die Milch wirkt schleimproduzierend, was gerade bei rauen und trockenen Schleimhäuten, aber auch bei unproduktivem Reizhusten sehr erleichternd wirkt. Bei wem jedoch die Erkältungssymptome schon eine Überproduktion von Schleim hervorgerufen hat, der muss auf die leckere Honigmilch leider verzichten.

Bitte denken Sie daran, dass eine echte Grippe sehr ähnliche Symptome haben kann, wie eine Erkältung. Den Unterschied machen nicht nur die jeweiligen Erreger, sondern vor allem der bei der Grippe viel heftigere Krankheitsverlauf. Vor allem kleine Kinder und ältere Menschen, aber auch geschwächte Menschen können durch eine Grippe in Lebensgefahr geraten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich und Ihre Familienmitglieder genau im Auge haben. So ist zum Beispiel der Beginn einer echten Grippe, der Influenza sehr plötzlich. Eben noch fühlte man sich ganz normal und plötzlich kommen Kopf- und Gliederschmerzen scheinbar aus dem Nichts. Meist gesellt sich, zum Teil sehr hohes Fieber dazu und der Patient fühlt sich absolut elend. Dies sind absolute Alarmzeichen, bei denen Sie nicht zögern sollten, Ihren Arzt aufzusuchen.

Gut gerüstet mit den guten Helfern aus Küche und Apotheke, kann die Erkältungszeit Ihnen nichts viel anhaben. Und denken Sie immer daran: Ohne Arzt dauert eine Erkältung sieben Tage und mit Arzt nur eine Woche.

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