Auf die Gesundheit

Haarentfernung von sanft bis heftig

Seit Alters her finden es Menschen der unterschiedlichsten Kulturen schön, wenn sich vor allem Frauen ihrer Körperbehaarung entledigen. Dabei unterscheiden sich die Vorstellungen davon, wie das Ganze auszusehen hat, von Kulturkreis zu Kulturkreis sehr. Auch im Laufe der Jahrhunderte haben sich immer wieder neue Trends durchgesetzt, aber die meisten sind sich einig: So wie es ist, kann es auf keinen Fall bleiben.

Vor allem die jüngere Generation ist fast einhellig der Meinung, dass zu einem gepflegten Erscheinungsbild definitiv einiges an Modulation gehört. Als „Einstiegsdroge“ dient dabei meist erst einmal die Körperhaar-Entfernung. Auch wenn immer wieder Argumente wie Hygiene und Sauberkeit ins Feld gezogen werden, so hinken diese Argumente eigentlich erheblich. Sicher, in Regionen, in denen nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht, um sich regelmäßig zu reinigen, oder in Ländern mit großer Hitze könnte dieses Argument einigermaßen angebracht werden. Denn das menschliche Haar gilt als sehr guter Duftträger, was bei Personen, die gerne Parfüm oder Deodorant benutzen ein Positivargument sein kann, wobei bei ungenügender Reinigung natürlich auch körperliche „Düfte“ vermehrt gespeichert werden, was auf Dauer einsam machen kann.

Dagegen halten könnte man natürlich auch, dass die Körperbehaarung in Hautfalten wie zum Beispiel unter den Armen und im Intimbereich gerade in sehr heißer und feuchter Umgebung verhindert, dass sich die Haut bei ausgiebiger Bewegung wund scheuert. Dies ist auch einer der Gründe, warum zum Beispiel die meisten Langstreckenläufer auf eine Intimrasur verzichten.

Ganz im Gegenteil zu den meisten Schwimmern, denn unter Wasser kann Körperbehaarung dazu führen, dass das Wasser zu Turbulenzen neigt, was die eine oder andere hundertstel Sekunde kosten kann, ein Umstand, der im modernen Leistungssport also durchaus einen Sieg ausmacht.

Zeitgeist androgynes Menschenbild

Die weitaus meisten Menschen jedoch, die sich dafür entscheiden, ihre Körperbehaarung zumindest teilweise zu entfernen, tun dies jedoch in erste Linie aus ästhetischen Gründen. Es gehört einfach zum modernen Bild eines gepflegten Menschen dazu, glatt rasiert zu sein. Haare sind nur am Kopf schick. Auf dem Haupt oder als Bart, da geht jedoch im Moment alles, von raspelkurz bis ganz lang. Und das bei beiden Geschlechtern.

Denn wenn im vergangenen Jahrhundert das Entfernen der Körperhaare im christlichen Kulturkreis vor allem den Frauen vorbehalten war, so hat sich seit den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ein neuer Typus des stylischen, städtischen Menschen heraus kristallisiert. Beginnend beim äußeren der Fashionmodels, sah man immer öfter Frauen, die kaum mehr weibliche Formen aufwiesen. Überaus schlank und muskelbetont bei Frauen und glattrasierte Männer, die jungenhaft zart und jugendlich aussahen. Die beiden Geschlechter näherten sich immer mehr an. Androgyn hieß das Schlagwort.

Und seit die Tattoo- und Piercingwelle über die Welt schwappt, hat der Körperkult ungeahnte Dimensionen angenommen. Was in Kraft-, Tattoo und Piercing Studio teuer und schmerzlich erworben wurde, wird am liebsten auf blanker Haut präsentiert. Denn auf glatter Haut kommt die Kunst erst richtig zur Wirkung. Doch bevor der Körper in seiner ganzen Pracht erstrahlt, gibt es eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen: welche Methode ist die beste, um das leidige Körperhaar loszuwerden?

Depilieren – eine schnelle aber kurzeitige Methode

Bei der Entfernung des Körperhaars werden in erster Linie zwei Verfahren unterschieden, das Depilieren und das Epilieren. Während beim Depilieren nur das Haar gekürzt wird, entfernt man beim Epilieren gleich den Ursprung des Haares, die Wurzel mit. Dies hat zur Folge, dass die Haut länger glatt bleibt und die Haare langsamer nachwachsen. Zudem wird die Qualität der nachwachsenden Haare anders, sie werden feiner und nach langjähriger Anwendung auch immer spärlicher.

Warum für viele Menschen trotzdem das Depilieren und in unserem Kulturkreis dabei meist das Rasieren, das Mittel der Wahl ist, wenn es um die glatte Haut geht, liegt an den drei großen Pluspunkten dieser Methode. Sie ist leicht, so dass jeder schnell auch selbst Hand anlegen kann, wodurch sie auch gleichzeitig die kostengünstigste Methode aller vorgestellten ist und das Rasieren ist schmerzfrei. Zumindest immer dann, wenn man regelmäßig den Rasierer, beziehungsweise die Klingen wechselt und auf eine ordentliche Hygiene achtet. Bei besonders dicken und auch langen Haaren macht es außerdem Sinn, diese zuerst mit der Schere etwas zu kürzen. Somit wird das Rasieren schneller und leichter und die Klingen des Rasierers bleiben lange einsatzfähig.

Die meisten Menschen rasieren sich den Körper mit einer Nassrasur, wenn Sie unter der Dusche stehen. Dies hat mehrere Vorteile. Denn zum einen wird die Haut durch das heiße Duschwasser sehr gut auf die Rasur vorbereitet. Es wird weicher und die Poren öffnen sich, wodurch die Haare besonders nah an der Wurzel erfasst werden können. Die verwendete Seife bereitet die Haare zudem gut für die Rasur vor, sodass eigentlich kein Rasierschaum benötigt wird. Wer möchte kann natürlich gerne auf Rasierschaum zurückgreifen, denn auch der bietet einige Vorteile. Vor allem enthalten einige dieser Produkte desinfizierende und kühlende Komponenten, die die Rasur noch angenehmer und folgenloser machen. Außerdem ist es praktisch, dass mit dem Duschwasser gleich die entfernten Haare mit abgespült werden. Eine rundum saubere Sache eben.

Die Pracht hält jedoch, ähnlich wie eine Nassrasur im Herrengesicht kaum mehr als 2-3 Tage an. Danach muss erneut rasiert werden, um sich der piekenden Stoppel zu entledigen. Man ein stress geplagter Zeitgenosse greift lieber zum elektrischen Rasierer, um sich seiner Körperhaare zu entledigen. Diese Methode ist natürlich genauso zu empfehlen, auch wenn auch hier auf eine gute Hygiene geachtet werden sollte. Bei beiden Methoden wäre es gut, einen Rasierapparat konsequent für das Gesicht zu reservieren. Denn Gesichtshaut reagiert im Allgemeinen sehr viel empfindlicher, als die robustere Körperhaut und bei jeder Form der Rasur können mikroskopisch kleine Schnitte entstehen. Die Folgen könnten Mitesser, Follikel- und Hautentzündungen sowie Rötungen sein.

Außer der Rasur mit speziellen Körperrasierern können Sie natürlich auch einen handelsüblichen Rasierer verwenden, egal, ob nass oder trocken. In anderen Kulturen haben sich aber auch Rasierhobel, das Barbiermesser und andere Rasierer bis in die heutigen Tage erhalten. Meist wird jedoch für solche Rasiergeräte traditioneller Schaum mit Rasierseife und Wasser angerührt. Benutzer dieser Methoden schwören auf die besonders hautschonende Anwendung und die Gründlichkeit, die mit diesen Geräten erzielt werden kann, doch ist deren Handhabung etwas anspruchsvoller, als der Gebrauch von in Europa üblichen Ein- und Mehrwegrasierern.

Für welche Rasurmethode Sie sich auch immer entscheiden, achten Sie darauf, die Hautfläche, die Sie rasieren möchten, anzuspannen. An den Beinvorderseiten ist dies meist einfach und schnell mit einer Beugebewegung zu bewerkstelligen. An weicheren Stellen des Körpers können Sie dies bewirken, indem Sie mit dem Zeigefinger und Daumen einer Hand die Stelle auseinander ziehen.

Eine andere Form der Depilation wird mit Hilfe von chemischen Produkten, so genannten Enthaarungsmitteln erzielt, die meist alkalische Wirkstoffe enthalten. Durch diese Stoffe werden die oberflächlichen Bestandteile der Haare angegriffen, wodurch diese zerfallen und sich nach einer bis zu halbstündigen Einwirkzeit gründlich abspülen lassen. Wird im Anschluss das mitgelieferte Neutralisierungs-Präparat angewendet, erhält die Haut schnell wieder ihren gewohnten pH-Wert. Bei der Anwendung solcher Cremes, Salben oder Schäume wird die Haarwurzel selbst nicht beschädigt so dass, genau wie bei der Rasur schnell wieder neues Haar nach wächst.

Auch wenn diese Methoden etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen als die Rasur, sind sie doch sehr beliebt, da auch sie einfach anzuwenden und vor allem vollkommen schmerzlos sind. Es ist allerdings zu empfehlen, dass Sie jedes neue Produkt, das Sie zum ersten Mal verwenden möchten, zuerst auf seine Verträglichkeit testen. Lassen Sie es dazu zuerst nur auf einem kleinen Areal Ihrer Haut, an einer unempfindlichen Stelle, die man nicht sofort sieht, einwirken und beobachten Sie aufmerksam, ob es zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Rötungen, Pusteln, Brennen oder Jucken an der Anwendungsstelle kommt.

Besonders glatte Haut und schmerzfreie Haarentfernung versprechen neuartige Schleifpads für die Haut. Sie erinnern in ihrer Wirkungsweise an Schleifpapier, wie man es aus dem Handwerk kennt. Meist handelt es sich um einen weichen und bequemen Träger, der das austauschbare Schleifpad aufnimmt. Mit diesem Pad streicht man nun sanft über die Haut und entfernt damit einerseits die störenden Härchen und peelt gleichzeitig die Haut. Dadurch erscheint das Resultat besonders zart und attraktiv. Diese Methode ist schmerzfrei, verhältnismäßig günstig und kann einfach zu Hause selbst angewendet werden. Selbstredend sollte auch bei dieser Depilier-Methode dringend auf die notwendige Hygiene geachtet werden.

Epilieren – die luxuriöse und dauerhafte Methode

Es gibt mehrere Methoden, mit deren Hilfe Körperhaare samt Haarwurzel entfernt werden können. Ihnen ist allen gleich, dass sie dauerhafter als das Depilieren sind. Denn wird die Haarwurzel aus der Haut gezupft, muss der Körper zuerst eine neue Wurzel bilden, bevor er erneut mit der Haarbildung beginnen kann. Danach wächst das Haar weicher nach als nach einer Depilation. Das ist vergleichbar mit einem neu ausgesäten Rasenstück. Die neu aus den einzelnen Samenkörnern gewachsenen Grashalme sind zuerst auch sehr viel zarter und feiner, als die Sprosse benachbarter älterer Pflanzen.

Außerdem ist es in den meisten Fällen so, dass der Wuchs der Körperbehaarung im Laufe der Jahre, in denen regelmäßig epiliert wird, immer spärlicher wird. Die Haare werden dünner, heller und weniger.

Viele epilierwillige Zeitgenossen greifen zu elektrischen Epiliergeräten, die auf den ersten Blick elektrischen Rasierern gleichen. Doch anstatt mit einem Scherkopf, sind Epilierer mit sich verjüngenden Strukturen versehen, die die Haare zuverlässig packen und mit samt der Haarwurzel aus der Haut ziehen. Dazu muss der Kopf des Epiliergerätes nur zuverlässig senkrecht zur Haut gehalten und langsam gegen die Haarwuchsrichtung bewegt werden. Bei jedem der gezogenen Haare verspürt man dabei eine Ziepen. Solche Epilierer bieten ihren Anwendern die Möglichkeit, das Epilieren bequem zu Hause zu tätigen. Denn nach ein wenig Übung sind sie einfach zu handhaben.

Zwei sehr beliebte und weit verbreitete Methoden der Epilierung sind das Waxing und das Sugaring. Beim Waxing unterscheidet man die Verwendung von warmem und kaltem Wachs. Die entsprechende Masse wird auf die Haut aufgetragen und dann im Anschluss gegen die Wuchsrichtung des Haares in einer schnellen Bewegung wieder abgerissen. Zuvor hat das Wachs eine feste Verbindung mit den Haaren geschaffen, so dass diese beim Abziehen gleich mit ausgezogen werden. Im Intimbereich ist das Waxing eher nicht zu empfehlen, da die dortige Haut zu schmerzempfindlich ist.

Das Waxing sollte man nicht alleine machen, sondern am besten erfahrenen Personen überlassen. Meist wird es in Kosmetikstudios durchgeführt. Das Fachpersonal dort sorgt nicht nur dafür, dass die Haut gut vor- und nachbereitet wird, sondern vor allem auch, dass der Prozess hygienisch und gründlich abläuft. So nimmt die Haut praktisch keinen Schaden und die Epilierung ist einheitlich und gleichmäßig.

Vor allem für schmerzempfindlichere Zeitgenossen, die aber trotzdem nicht auf das Epilieren verzichten möchten, stellt das so genannte Sugaring eine echte Alternative dar. Bei diesem Verfahren wird aus Zucker, Wasser und Zitronensaft ein Sirup hergestellt, der die Haare deutlich sanfter aus der Haut zu ziehen vermag als Wachs. Denn die feinen Kristalle der Mischung verbinden sich nur mit den Häärchen und arbeiten dadurch deutlich selektiver, als klassisches Heißwachs. Es kann deutlich kühler aufgetragen werden, als Wachs und schont so zusätzlich die gestresste Haut. Trotzdem sollte auch diese Methode möglichst von erfahrenem Fachpersonal durchgeführt werden. Da das Sugaring erheblich schmerzarmer, als das Waxing ist, eignet es sich auch, um damit die empfindliche Bikinizone zu enthaaren.

Eine weitere professionelle Epiliermethode, die vor allem im Gesicht angewendet wird, ist das Entfernen der Haare mittels eines Fadens oder eines Gummibandes. Meist sind es Kosmetiker und Friseure, die das entsprechende Band mehrfach um die Finger wickeln und dann durch Zug eine Rotationsbewegung erzeugen. Indem sie das gedrehte Band über die haarige Oberfläche führen, werden die Haare zuverlässig erfasst und ausgezupft. Diese Methode ist vor allem dafür geeignet, Augenbrauen und Damenbart zuverlässig, wenn auch recht schmerzhaft zu entfernen. Auch bei dieser Epiliermethode werden die Haare gegen die Wuchsrichtung entfernt, dazu darf die Haut jedoch nicht frisch eingecremt worden sein. Fasst der Faden oder das Band nicht richtig, so hilft ein wenig Hautpuder, die Haare sicher zu entfernen.

Egal, wie Sie Ihre Körperhaare entfernen möchten, so können Sie sich auf alle Fälle sehen lassen.