Auf die Gesundheit

Geborgenheit beruhigt Schreibabys

Die Freude im Haus ist groß, denn der neue Erdenbürger bereichert endlich das Leben der Familie. Doch so sehr sich die jungen Eltern auch auf ihr Kind gefreut haben, durchwachte Nächte wegen eines schreienden Säuglings können zermürben. Damit Sie als Eltern endlich wieder ruhig schlafen können, sollten Sie sich einmal mit dem Pucken beschäftigen.
Beim Pucken handelt es sich um eine spezielle Wickeltechnik, die Kindern das Ein- und Durchschlafen erleichtern kann. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass die Einschlafprobleme vieler Kinder von unkontrollierten Bewegungen herrühren. Die Babys werden nämlich immer wieder aus dem Schlaf gerissen, da ihre Gliedmaßen zucken oder sich ungewollt bewegen.
Bei diesen Zuckungen handelt es sich um den so genannten Moro-Reflex, der im allgemeinen in den ersten 3 bis 5 Lebensmonaten eines Kindes auftritt. Danach, wenn sich das zentrale Nervensystem des Kindes weiter entwickelt hat, lassen diese unwillkürlichen Bewegungen der Gliedmaßen nach. Damit wird dann auch das Pucken der Kinder überflüssig. Sie können ab diesem Zeitpunkt auch ohne diese Wickeltechnik ruhig durchschlafen.

Kinder wie im Mutterleib

Ungeborene Kinder befinden sich in der engen Geborgenheit des Mutterleibes. Dabei schwimmen sie im Fruchtwasser, das ihre Bewegungen dämpft und die Schwerkraft aufhebt. Außerdem gibt der beengte Raum in der Fruchtblase zusätzlichen Halt.

Mit der Geburt ändert sich alles für die kleinen Menschen. Es treten sehr viele Störfaktoren in das junge Leben. Nicht nur dass sich die Umgebungstemperatur in der Luft schneller ändert als im Fruchtwasser und sich Babys dadurch gestört fühlen. Auch der gewohnte Halt geht mit der Geburt verloren.

Doch die Kraft in den kleinen Armen und Beinen reicht meist noch nicht aus, das Gewicht der Gliedmaßen zu tragen. Dazu kommt in den ersten Lebensmonaten ein Muskelreflex, der Moro-Reflex genannt wird und durch den es dazu kommt, dass Ärmchen und Beinchen der Kinder sich immer wieder unvorhergesehen bewegen. Das kann die kleine Kinderseele erschrecken. Das Kind kann zum sich zum Schreikind entwickeln.

In vielen Kulturen gab und gibt es deshalb spezielle Wickeltechniken, die den Säuglingen den notwendigen Halt geben, der sie beruhigt und ihnen dabei hilft, ihren Schlaf zu vertiefen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich diese allerdings in Deutschland immer mehr verloren, da sie als nicht mehr zeitgemäß galten.

Man war der Ansicht, die motorische und damit auch die intellektuelle Entwicklung der Kinder dadurch zu verzögern, dass man die freie Bewegung des Kindes behindert. Auch der wichtige Hautkontakt zu den Eltern wurde oftmals künstlich unterbunden, dadurch dass die Kinder die ersten Wochen ihres Lebens ständig in den Wickeltüchern lagen. Dieses Argument gilt sicherlich auch heute noch, wenn ein Kind durch eine Wickeltechnik den ganzen Tag zur Bewegungs- und Kontaktlosigkeit verdammt wird, wie es auch heute noch in einigen Kulturkreisen der Fall ist.

Doch beim Pucken, wie die moderne Form des Wickelns genannt wird, wickelt man das Baby zur Schlafenszeit in spezielle Tücher ein, um ihm den Halt zu geben, den es für eine ungestörte Nachtruhe benötigt. Während des Tages kann auf das Pucken problemlos verzichtet werden. Der Entwicklung des Kindes steht also nichts im Wege.

Richtig pucken

Wenn Sie sich für das Pucken Ihres Babys entscheiden, haben Sie im Handel die Auswahl zwischen speziellen Tüchern, Puck-Decken mit Klettverschlüssen und speziellen Schlafsäcken. Für welche Version Sie sich entscheiden, ist in erster Linie Geschmackssache. Ihren Zweck erfüllen alle Modelle, bei denen sowohl die Arme als auch die Beine des Kindes Halt bekommen. Im Sommer kann auch schon ein dünnes weiches Tuch dazu dienen, das Kind zwar fest, aber luftig einzuwickeln.

Wenn Sie das Pucken zuerst einmal mit Hilfe einer Babydecke oder eines Tuches versuchen möchten, breiten Sie dieses so vor sich aus, dass es rautenförmig vor Ihnen liegt. Schlagen Sie die obere Ecke etwa um ein Drittel nach unten ein und legen Sie Ihr Kind in Rückenlage mit dem Kopf auf die entstandene Kante. Danach schlagen Sie die linke Seite des Tuches mitsamt dem rechten Ärmchen des Kindes eng an den Körper und legen die überstehende Decke unter das Kind. Danach schlagen Sie die untere Ecke der Decke nach oben. Ist die Decke zu groß, schlagen Sie den überstehenden Teil der Decke nach unten weg, damit das Gesicht Ihres Kindes schön frei bleibt. Zum Schluss nur noch fest die rechte Seite des Tuches einschlagen und das Ende des Tuches schön um Ihr Kleines wickeln und in eine Falte einstecken, damit das süße Paket schön zusammen hält.

Nun können Sie Ihren Liebling noch ein wenig herzen und liebkosen oder auch stillen, bevor er oder sie auf dem Rücken liegend in das Bettchen gelegt wird, um seinen erholsamen Nachtschlaf zu genießen.

Um den nächtlichen Windelwechsel einfacher und schneller zu gestalten, haben einige Pucking Tücher und Schlafsäcke die Möglichkeit, den unteren Teil des Bündels zu öffnen, ohne dass die Arme des Babys ihren Halt verlieren. So geht die nächtliche Babypflege leicht und schnell von der Hand.

Wie lange ein Baby gepuckt werden sollte

Die Frage, wie lange ein Baby gepuckt werden sollte, kann man nicht generell beantworten. Denn das hängt in erster Linie davon ab, wie sich Ihr Kind entwickelt. In der Regel geht man davon aus, dass sich der schlafraubende Moro Reflex zwischen dem dritten und dem fünften Lebensmonat zurück bildet. Doch ist dies nur ein Richtwert, nach dem sich bei weitem nicht jedes Kind richtet. So individuell wie alle anderen Bereiche, ist auch die Entwicklung Ihres Kindes, was das zentrale Nervensystem betrifft. Dazu kommt, dass manche Kinder schon recht früh sehr aktiv sind und ihre Muskeln durch viel Bewegung stärken. Dadurch ist ihr Körper schon früher in der Lage, die unwillkürlichen Bewegungen gezielt zu bremsen. Sie erschrecken daher nicht mehr so leicht durch die Zuckungen ihrer Arme und Beine und der Schlaf wird weniger stark gestört.

Wenn Sie beginnen möchten, mit dem Pucken aufzuhören, wickeln Sie Ihr Kind deshalb am besten einfach deutlich lockerer in seine Decke, sein Tuch oder den Schlafsack ein und beobachten, ob es weiterhin so ruhig und tief schläft, wie gewohnt. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie es wieder fester wickeln und noch ein paar Wochen warten.

Um dann endgültig damit zu beginnen, Ihrem Kind das Pucken abzugewöhnen, wickeln Sie es einfach jeden Tag ein klein wenig lockerer in seine gewohnte Decke ein. So wird es den Unterschied kaum wahrnehmen und sich ganz allmählich an die neue Schlafsituation gewöhnen.

Welche Kinder nicht gepuckt werden sollten

Das Pucken ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, Schreibabys und ihren Eltern einen erholsamen Nachtschlaf zu bieten. Durch das Pucken wird ihre Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt, was den meisten Babys dabei hilft, besser einzuschlafen. Gepuckte Babys verbringen mehr Zeit im Non-REM-Schlaf und laufen weniger Gefahr spontan zu erwachen.
Bei Babys, die in der Bauchlage schlafen, kommt es vermehrt zum plötzlichen Kindstod. Beim Pucken schlafen die Kinder jedoch auf dem Rücken, wodurch sie nicht versehentlich ihre Atemwege selbst verlegen können.

Kinder, die mit einer Fehlentwicklung ihres Hüftgelenks geboren werden, der so genannten Hüftdysplasie, sollten die ersten Lebensmonate mit einer speziellen Wickeltechnik gewickelt werden. Sollte Ihr Kind unter einer Hüftdysplasie leiden, sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme, welche Wickeltechnik am geeignetsten für Ihren Liebling ist.

Autistische Kinder sind meist nicht in der Lage dazu, mit ihrer Umwelt Kontakt aufzunehmen oder tun dies zumindest nicht im gleichen Maße, wie gesunde Kinder. Sprechen Sie also bitte mit Ihrem Spezialisten, wenn bei Ihrem Baby Autismus festgestellt wurde, um zu erfahren, ob sich das Pucken für Ihr Kind eignet.

Auch Kinder, die deutlich zu früh geboren werden, sollten Sie unter Umständen nicht pucken. Bitte wenden Sie sich bei Ihrem Frühchen oder Ihren Mehrlingen deshalb an Ihren Pädiater oder Ihre Hebamme, um zu erfahren, wie Sie Ihre Kinder am besten fördern können.

Um eine gesunde Entwicklung Ihres Kindes zu fördern, sollten Sie Ihrem gepuckten Baby viel Aufmerksamkeit und Körperkontakt bieten. So kann es eine enge Beziehung zu Mama und Papa aufbauen und entwickelt sich prächtig. Außerdem ist es wichtig, dass gepuckte Kinder während des Tages vermehrt die Möglichkeit erhalten, sich frei und unbehindert zu bewegen. Animieren Sie es durch spielen und ansprechen gezielt dazu, sich aktiv zu bewegen und mit Ihnen zu interagieren. So entwickelt sich nicht nur sein Nervensystem, sondern auch seine Muskulatur.