Auf die Gesundheit

Die homöopathische Reiseapotheke

Wir Deutschen sind wahre Reiseweltmeister. Keine andere Nation hat solch reisefreudige Bewohner wie Deutschland. Im Jahr 2011 waren es fast 71 Millionen Menschen, die sich auf die Reise machten. Und davon waren es fast 75%, für die ein Urlaub erst perfekt ist, wenn es über die Landesgrenzen hinaus geht. Grund genug, über eine gut bestückte Reiseapotheke nachzudenken, vor allem wenn man auf die Produkte der Pharmaindustrie weitestgehend verzichten und aufkommende Beschwerden lieber mit homöopathischen Mitteln behandeln möchte. Denn die in Deutschland entwickelte Homöopathie hat naturgemäß auch in unserem Land die meiste Verbreitung und vor allem die höchsten Qualitätsstandards.

Denn gerade bei Homöopathika ist es sehr wichtig, dass nur sehr reine Substanzen verwendet und weiter verarbeitet werden. Bei dieser Weiterverarbeitung ist ferner darauf zu achten, dass festgelegte Regeln und Vorgaben eingehalten werden.

Zwar macht die Homöopathie-Bewegung in den letzten Jahren einen regelrechten, fast weltweiten Siegeszug durch, doch erschweren auf Reisen oft Sprachprobleme und mangelnde Ortskenntnis die Suche nach einem geeigneten Anbieter erheblich.

Die Verwendung von Homöopathika setzt ein gewisses Maß an Wissen und Erfahrung voraus, das Sie gerne in angebotenen Kursen oder auch mit einschlägigen Büchern erwerben können. Es macht verhältnismäßig wenig Sinn, sich mit einer homöopathischen Reiseapotheke auszustatten, ohne sich vorher über diese Therapieform kundig gemacht zu haben. Doch kann man nicht immer alle Mittel und Anwendungsgebiete im Kopf haben.

Aus diesem Grund können Sie unterstützend zu den Mitteln gerne auch ein Fachbuch über Homöopathie oder auch Ihre eigenen Notizen aus dem Kurs einpacken, so haben Sie immer die passende und notwendige Information, die Sie benötigen, um das geeignetste Mittel zu finden. Auch eine Homöopathie-App auf Ihrem Smartphone oder einem Tablet ist schnell zur Hand und kann Ihnen im Notfall hervorragende Dienste leisten.

Die meisten auf Reisen auftretenden Beschwerden und Erkrankungen sprechen sehr gut auf die Behandlung mit den sanften Kügelchen oder Tropfen an, so dass eine homöopathische Reiseapotheke eine sanfte Alternative zum Gang in die Apotheke darstellt. Bei der Anwendung der homöopathischen Mittel sollten Sie jedoch alle Hinweise und Vorschriften einhalten, die es sonst auch immer bei der Homöopathie zu beachten gibt.

Gerade für Familien mit kleinen Kindern empfiehlt es sich die homöopathischen Mittel in Form von Globuli mitzunehmen, da sie vor allem für sehr kleine Kinder geeigneter sind.

Da Sie mit Ihrer Reiseapotheke in erster Linie akut auftretende Beschwerden behandeln möchten, sollten Sie die gewählten Mittel in niedrigen Potenzen einpacken. D10 oder auch C10 sind sehr gut geeignet, wobei Erwachsene stündlich 5 Globuli einnehmen, bis die Symptome sich bessern und  Kinder je nach Alter zwischen einem und zwei Drittel der Erwachsenen Dosis. Danach können Sie die Einnahme auf dreimal täglich reduzieren, bis die Beschwerden komplett verschwunden sind.

Während der Behandlung sollten Sie allerdings vorsichtshalber auf schwarzen Tee, Kaffee und Zigaretten, sowie auf starke ätherische Öle verzichten. Auch empfiehlt es sich zwischen der Einnahme der Homöopathika und einer Mahlzeit oder dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde Zeit vergehen zu lassen, um zu vermeiden, dass der eher sanfte Reiz, der von dem Medikament ausgeht verfälscht oder verändert wird.

Bei der Homöopathie geht man nach dem Prinzip der Gleichheit vor, wenn man das geeignetste Mittel zur Behandlung von Beschwerden ermittelt. Dies steht in komplettem Gegensatz zur Schulmedizin, in der man entgegengesetzte Stoffe verwendet, um Symptome oder ihre Ursachen zu bekämpfen. Versuchen Sie bei der Auswahl des Mittels immer darauf zu achten, dass möglichst alle bestehenden Symptome mit diesem abgedeckt werden, um zu verhindern, dass Sie mehrere Homöopathika einnehmen müssen. Was natürlich nicht bedeutet, dass Sie nicht auch ein anderes gewähltes Mittel für eine andere Grunderkrankung einnehmen können.

Das heißt, leiden Sie zeitgleich unter einer Erkältung und unter einem Insektenstich, so können Sie natürlich mit einem Mittel die eine und danach in einer weiteren Behandlung die andere Ursache beheben.

Wer es sich leicht machen möchte, mit seiner homöopathischen Reiseapotheke, kann sich eine fertige Tasche, wie sie zum Beispiel die deutsche Homöopathie Union anbietetzulegen. Hierin sind 32 einzelne Mittel in kleinen Röhrchen enthalten, womit man die gängigsten Reisebeschwerden wirkungsvoll behandeln kann.

Sie können sich die Reiseapotheke allerdings auch gerne selbst zusammenstellen. Wir verraten Ihnen hier, welche Mittel darin auf keinen Fall fehlen sollten!

Eines der häufigsten Übel, das viele Reisende, vor allem Besucher heißer Länder befällt, ist der Durchfall. Oft kommt sogar noch ein Erbrechen dazu, was vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen und vor allem bei großer Hitze durchaus auch lebensbedrohlich werden kann. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie die erkrankte Person sehr genau im Auge behalten und vor allem auf Anzeichen einer Dehydrierung achten. Im Zweifel und immer, wenn die Beschwerden mehr als 3 Tage anhalten ist es angeraten einen Arzt aufzusuchen oder den Patienten in ein Krankenhaus zu bringen.

Wie Sie eine Dehydrierung erkennen

Vor allem kleine Kinder sind im Krankheitsfall besonders durch Austrocknung gefährdet. Der kleine und leichte Organismus verfügt noch über sehr wenig Möglichkeiten einen größeren Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Aber auch erwachsene Menschen sind von Austrocknung bedroht, wenn sie längere Zeit großer Hitze ausgesetzt sind, unter einem verminderten Trinkbedürfnis leiden, bestimmte Vorerkrankungen haben oder unter Brechdurchfall leiden.

Vor allem in heißen Ländern ist es deshalb sehr wichtig, Personen regelmäßig und genau zu beobachten, wenn sie unter einer Erkrankung des Verdauungssystems leiden. Auch wenn sie vermeintlich genug Flüssigkeit zu sich nehmen, kann es sein, dass durch Erbrechen und Durchfall mehr Flüssigkeit wieder ausgeschieden wird, als sie zuvor getrunken haben.

Bei Babys und Kleinkindern heben Sie mit dem Daumen und dem Zeigefinger eine Hautfalte der Bauchdecke an. Bildet sich diese sofort wieder zurück, ist das Kind gut mit Wasser versorgt, bleibt die Falte aber bestehen, droht Gefahr. Bei Erwachsenen können Sie leicht eine Hautfalte auf dem Unterarm auf die gleiche Weise anheben. Auch hier ist der Patient in Gefahr, wenn sich die Hautfalte nicht sofort wieder glättet.

Ein anderes Warnzeichen ist auch, wenn der Patient nicht mehr häufig genug zur Toilette geht, oder bei Wickelkindern die Windel zu leicht ist. Der Urin einer dehydrierten Person ist auffallend dunkel gefärbt und die gesamte Urinmenge ist deutlich vermindert.

Ist der Körper von einer Austrocknung bedroht, ist er bestrebt weiteren Flüssigkeitsverlust zu vermeiden. Er bildet weniger Schweiß, Speichel und Tränenflüssigkeit. Solche Regulatoren sollen vermeiden, dass das Blutvolumen zu niedrig wird und in Folge die Funktion von Herz und Gehirn gefährdet sind. In fortgeschrittenen Fällen ist der Patient sehr müde und schlapp, schlimmstenfalls droht ein Schockzustand.

Vor allem bei heißem Wetter ist es sinnvoll der erkrankten Person schon frühzeitig ein Elektrolytgetränk zu reichen. Geeignete Pulver, das man in Mineralwasser auflöst, erhalten Sie in der Apotheke. Auch ein mineralienreiches Wasser, das Sie mit Meersalz und Zucker versetzen, hilft der erkrankten Person eine Dehydrierung zu vermeiden.

Die richtigen Globuli

Bei der Auswahl der richtigen Globuli für den an Durchfall erkrankten Patienten hilft es Ihnen, genau zu hinterfragen, welches die Symptome und Begleitumstände der Erkrankung sind.

So verlangen Brechdurchfälle, wie sie nach dem Konsum von verdorbenen eiweißhaltigen Lebensmitteln, wie Fisch und Fleisch entstehen, nach Arsenicum album. Für dieses Mittel spricht zudem, wenn der Patient sich kraftlos und schlapp fühlt, über brennende Schmerzen und Durchfälle klagt und schnell friert. Ach eine ängstliche Unruhe ist ein Indikator für Arsenicum album.

Steht dem Patienten der kalte Schweiß im Gesicht und fühlt er sich wackelig auf den Beinen, da sein Kreislauf durch den Flüssigkeitsverlust instabil und schwach ist, sollten Sie lieber auf Veratrum album zurückgreifen.

Hat der Patient zu viel sahnehaltige Eiscreme oder ein anderes fettes Essen verspeist, infolgedessen der Durchfall aufgetreten ist, dann ist die Schlüsselblume Pulsatilla das Mittel der Wahl. Die typischen Verhaltensweisen der Pulsatilla, wie Weinerlichkeit, Anhänglichkeit und wechselnde Launen, bestätigen die Auswahl. Es ist auch typisch, dass solche Erkrankte sich in geschlossenen und vor allem warmen Räume unwohl fühlen und kein Durstgefühl verspüren.

Die Köstlichkeiten, die es am Urlaubsort zu entdecken gibt, bewirken vor allem bei Kindern häufig, dass sie alle Geschmacksrichtungen durcheinander essen. Aber auch Genießer, die ein ausgiebiges Essen mit üppig Alkohol verbinden und dadurch zu Darmproblemen kommen, fühlen sich durch die Gabe der Brechnuss schnell wieder besser.

Nux vomica hilft aber auch, wenn Sie die ersten Tage Probleme damit haben, auf fremde Toiletten zu gehen und deshalb unter Verstopfung leiden. Für Nux vomica spricht, wenn der Patient unter krampfartigen Durchfällen leidet und sich die Krämpfe nach der Entleerung nur kurzfristig verbessern. Oftmals sind die typischen Nux Vomica Patienten zudem sehr empfindlich und reizbar.

Wenn Insekten zubeißen

Offene Getränke, ein blühender Baum, ein Schnorchelausflug oder auch ein abendlicher Spaziergang an einem stehenden Gewässer sind häufig mit im Spiel, wenn ein Urlauber unangenehme Erfahrungen mit Insekten, Spinnen, Skorpionen, Zecken oder auch Quallen macht.

Da kommt schnelle Hilfe sehr gelegen.

Ihre homöopathische Reiseapotheke ist gut vorbereitet, wenn Sie Apis mellifica einpacken. Das von Bienen stammende Konstitutionsmittel ist natürlich besonders gut für Bienen- und Wespenstiche geeignet, vor allem, wenn die Einstichstelle und ihre Umgebung gerötet und geschwollen ist und der Stich juckt und brennt.

Bei Zeckenbissen und bei Insektenstichen, die in erster Linie stark jucken, ist Ledum das Mittel der Wahl. Es hilft auch zuverlässig bei kleineren Schnittverletzungen.

Die Sonne tut nicht immer nur gut

Wer ein Zuviel an Sonne genossen hat, muss häufig ganz schön leiden. Hitzschlag, verbrannte Haut und Kopfschmerzen können die Folgen sein. Gut, wenn Ihre homöopathische Reiseapotheke gut gerüstet ist.

Einen Sonnenbrand sollten Sie über Nacht mit kalten Umschlägen kühlen. Quark- und Joghurt-Auflagen helfen die Entzündung zu mildern und auch Essigwasser lindert die Beschwerden. Apis, Belladonna und Cantharis helfen zusätzlich den Sonnenbrand schnell abheilen zu lassen. Sie können hier nicht nur Globuli einnehmen, sondern auch ein zwei Kügelchen in Wasser auflösen und die Auflagen damit tränken, die Konstitutionsmittel also direkt auf der Haut wirken lassen.

Hat die intensive Sonneneinstrahlung bei Ihnen Kopfschmerzen ausgelöst, so sollten Sie Glonium einnehmen.

Kommt zu den Kopfschmerzen eine Benommenheit und der Patient sich elend fühlt oder ein hochroten Kopf bekommt, sollten Sie Belladonna auswählen. Auch wenn die Nacht nach dem Sonnenstich von Fieber und Schüttelfrost charakterisiert ist, ist Belladonna angezeigt. Gehen Sie aber unbedingt am Folgetag mit der erkrankten Person zu einem Arzt, um sicherzustellen, dass keine Folgeschäden entstehen.

So gerüstet kann Ihre Reise auch in die entferntesten und exotischsten Gebiete führen, Sie werden mit den meisten Unpässlichkeiten schnell fertig.