Auf die Gesundheit

Diäten – nicht nur zum Gewichtsverlust sinnvoll

Der Wortursprung des Wortes Diät ist im Griechischen verankert und leitet sich von dem Wort „dίaita“ ab, was frei übersetzt so viel wie „Lebensführung“/„Lebensweise“ bedeutet. Bereits seit Hippokrates von Kos (ca. 460 – 370 v. Chr) wird eine Diät als eine spezielle Ernährungsform der Menschen verstanden, eine Art Heilverfahren.

Heutzutage wird eine Diät mit einer Schlankheitskur gleichgesetzt. Generell lassen sich jedoch zwei Typen unterscheiden. Zum einen die schon erwähnte Schlankheitskur, die eine Reduktionsdiät beschreibt und explizit zur Gewichtsabnahme eingesetzt wird. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Reduktionsdiäten, wobei nur ein geringer Teil dieser Verfahren wissenschaftlich überprüft wurde und als unbedenklich eingestuft werden kann. Bei etlichen Diäten wird die Ernährung zu einseitig gestaltet, sodass Mangelerscheinungen die Folge seien können. In Folge dessen können zum Teil schwerwiegende Erkrankungen auftreten, die langfristig und unter Umständen lebensbedrohlich seinen können.

Zum anderen kann eine Diät ebenfalls zur Behandlung von Krankheiten absolviert resp. verordnet werden, bei der die Nahrung auf die Bedürfnisse des Patienten abgestellt wird. In diesem Kontext versucht die Ernährungsmedizin, als Teildisziplin der Medizin, neuste Erkenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie zu nutzen, um Krankheiten mittels der Ernährung präventiv bzw. heilend entgegenwirken zu können. Bis in die Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein, wurde versucht für jede Erkrankungen eine separate Diät zu entwickeln. Von diesem Vorhaben ist die Wissenschaft mittlerweile wieder abgerückt. Heutzutage soll eine ausgewogene und gesunde Mischkost den Patienten Linderung verschaffen und Besserung gewährleisten.

Welche Diät ist die Richtige?

Die Aussage, jeder Mensch ist einzigartig, mag trivial erscheinen, ist jedoch ein Grundsatz bei der Wahl der richtigen Diät. Grundsätzlich kann man sich darauf einigen, dass es „die richtige“ Diät nicht gibt. Was bei dem Einen funktioniert, muss noch lange nicht bei anderen funktionieren. Generell sollte man auf die Bedürfnisse seines Körpers achten und sich nicht von den Dogmen und Versprechungen der unzähligen Anbieter in die Irre führen lassen. Das Ziel sollte es sein, seine falschen Essgewohnheiten langfristig zu verändern, hin zu einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährung. Die Betonung liegt hierbei insbesondere auf dem Wort langfristig. Andernfalls ist ein Rückfall in alte Strukturen unausweichlich. Dieser Rückfall wird in der Ernährungswissenschaft als Jo-Jo-Effekt bezeichnet und führt unter Umständen zu einem weitaus höheren Gewicht im Vergleich zu Beginn der Diät. Des Weiteren bedarf einer bestimmten Motivation und Ausdauer. Jede Diät erfordert ein gewisses Maß an Selbstdisziplin. Nur derjenige, der diese aufweist, wird seine Diät erfolgreich absolvieren können. In einigen Fällen variiert diese zum Teil immens.

Übergewicht schadet der GesundheitDie Fakten sind erschütternd. Neuste Studien haben ergeben, dass fast jeder zweite Deutsche über 18 Jahre an Übergewicht leidet. Unter Übergewicht wird in der Medizin allgemein mehr als 20 Prozent des eigentlichen Körpergewichts verstanden. Das Sollgewicht soll hierbei mit dem Body-Mass-Index (kurz: BMI) ermittelt werden. Unter 1.4.9 wird diese Formel genauer betrachtet.

Angesichts dieser Ausgangslage, erscheint es dringender denn je auf die Kurz- und Langzeitfolgen von Übergewicht hinzuweisen. Kurzfristig ergeben sich beispielsweise Beschwerden wie Kurzatmigkeit, verstärkte Schweißbildung sowie Kreuz-und Gelenkschmerzen. Weitaus verheerender sind jedoch die Langzeitfolgen, die sich über mehrere Jahre hinweg manifestieren können. Angeführt werden können hier die Forschungsergebnisse des Professors Arnold Astrup aus Kopenhagen. Demnach haben Adipöse für die folgenden Erkrankungen ein mehr als dreifach höheres Risiko:

  • Gallenblasenerkrankungen
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Atembeschwerden
  • Schlafapnoe (Atemstillstände, die länger als 10 Sekunden sind)

Ein zwei bis dreimal erhöhtes Risiko ergeben sich für:

  • Arthrose
  • koronare Herzkrankheiten
  • Gicht

Und letztlich können Adipöse zweimal häufiger an den nachfolgenden Leiden erkranken:

  • bestimmte Krebserkrankungen
  • Sexualhormonstörungen
  • Rückenschmerzen