Auf die Gesundheit

Alternative Heilmethoden bei Allergien

Naturheilkunde versus Schulmedizin

Kaum eine andere Nation ist so begeistert von alternativen Heilmethoden wie wir Deutschen. Das heißt für viele Patienten zwar noch lange nicht, dass sie auf den Besuch beim Hausarzt verzichten möchten, aber der Gang zum Heilpraktiker gehört für sie bei vielen gesundheitlichen Fragen genauso selbstverständlich dazu. Auch wenn sie wissen, dass naturheilkundliche Therapien meist mehr Verantwortung und Mitarbeit vom Patienten verlangen als das Einnehmen einer Tablette, begrüßen sie die Vorteile, die alternative Heilmethoden dem Organismus bringen.

Der wesentlichste Unterschied zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde liegt darin, dass die natürlichen Verfahren die Selbstheilungskräfte des Organismus anregen, um krankhafte Zustände zu überwinden und ursächlich zu bekämpfen. Das gelingt in erster Linie dadurch, dass man erkrankte Körperstrukturen nicht isoliert betrachtet, sondern den gesamten Menschen und das Zusammenspiel mit seiner Umwelt. Der Zustand absoluter Gesundheit bezieht sich auf den rein körperlichen Bereich, geht aber weiter und bezieht auch die Seele und die Gefühlswelt mit ein.

Außerdem liegt ein großer Schwerpunkt der Naturheilkunde auf der Vorbeugung von Krankheit. Im Wissen darum, dass die Ernährung und mit ihr die Zuführung von Nährstoffen wesentlich dazu beiträgt, einen Menschen gesund zu erhalten und auch wieder gesund zu machen. Ein weiterer großer Pluspunkt der Naturheilkunde ist die Tatsache, dass natürliche Medikamente meist fast komplett nebenwirkungsfrei sind. Dies ist für viele Menschen sogar das wesentlichste Argument im Anbetracht von immer wieder die Nachrichten füllenden Skandalen durch Medikamente der Pharmaindustrie. Wen wundert es da, dass auch eine der am häufigsten anzutreffenden Erkrankungen unseres Zeitalters, der große Formenkreis der Allergien, Menschen nach alternativen Heilmethoden suchen lässt.

Allergien im Blick der Naturheilkunde

Wie so häufig in der Naturheilkunde wird auch der Patient mit einer oder mehreren Allergien nie nur als Träger seine Symptome betrachtet. Auch empfindet der Therapeut den Patienten nicht als Opfer des Allergie, der dieser Erkrankung unweigerlich und hilflos ausgeliefert ist. Ganz im Gegenteil. Wird der Patient in einer naturheilkundlichen Praxis vorstellig, stellt der Therapeut zuerst einmal in einem ausgiebigen Anamnesegespräch alle Umstände fest, die im Zusammenhang mit der Allergie stehen. Erst im Anschluss wird er den Patienten umfassend medizinisch untersuchen. Dabei steht natürlich das körperliche Befinden des Patienten genauso betrachtet, wie seine Lebensumstände. Partnerschaft, berufliches Umfeld und alle weiteren sozialen Umstände. Diese und andere seelischen Aspekte tragen nämlich sehr oft einen nicht unerheblichen Beitrag zu einer Allergie bei. Dadurch fällt es dem Heilpraktiker auch sehr viel leichter mit dem Patienten zusammen einen geeigneten Therapieplan zu erstellen. Denn dieser sollte, um so effektiv wie möglich zu sein, nicht den Vorlieben des Therapeuten, sondern der Persönlichkeit und den Lebensumständen des Patienten entsprechen.

Um den Patienten nicht unnötig zu belasten, beginnt man möglichst mit einer naturheilkundlichen Allergiebehandlung in einem beschwerdefreien Intervall. Bei saisonabhängigen Allergien, wie Heuschnupfen ist der günstigste Zeitpunkt bevor es zur Blüte und damit zur verstärkten Aussetzung mit dem Allergen kommt.

Eigenblutbehandlung

Um die Selbstheilungskräfte des Patienten anzuregen und eine Umstimmung des Immunsystems zu erzielen, führt man in der alternativen Medizin gerne eine Eigenblut Behandlung durch. Dem Patienten wird hierfür eine kleine Menge Blut aus einer Vene entnommen. Je nach Erkrankung und beabsichtigter Wirkung wird dieses Blut nun mit einer Wirksubstanz versetzt oder aber unbehandelt, in einen Muskel, meist den Pomuskel gespritzt. Somit gerät das eigene Blut in einen Bereich des Körpers, wo es nicht mehr als körpereigen erkannt wird. Denn Blut kommt ja normalerweise nicht außerhalb der Blutbahnen vor. Also beginnt der Körper seine verschiedenen Immunstrategien zu starten. Dadurch wird erzielt, dass das Abwehrsystem gestärkt wird. Dies kann nicht nur helfen chronische Infektionen abzuarbeiten, sondern auch rheumatische Erkrankungen, Allergien und Asthma zu bekämpfen.

Die Eigenblut-Therapie wird häufig auch als unspezifische Umstimmungstherapie bezeichnet. Denn das eigentlich eigene Blut wird dadurch, dass es an einem Ort eingespritzt wird, wo der Körper es nicht vermutet, wie ein Fremdkörper wahrgenommen. Diesen versucht das alarmierte Abwehrsystem aber abzuwehren. Dadurch wird ein Reiz gesetzt, der das Immunsystem uasi wachrüttelt. Denn durch die dauerhafte Überlastung mit den Entzündungsreizen, die er durch Allergie oder chronische Erkrankung erfährt, fährt dieses quasi eine Art Notprogramm.

Nach dem neuen Reiz ändert sich dies jedoch, das Immunsystem beginnt nun vermehrt sich zu normalisieren. Extreme werden vermieden und die Immunantwort normalisiert sich. Dadurch kommt es zu weniger Symptomen und deutlich weniger Stress bei Allergenkontakt.

Diesen Reiz setzt der Therapeut etwa 10-12 Mal vor der eigentlichen Saison des Allergens, also wenn der Körper noch relativ unbelastet ist. Dabei hat er verschiedene Möglichkeiten, die Wirkung der Injektionen anzupassen. Je nach erzielter Wirkung kann er die Menge des Blutes verändern, auch mit verschiedenen Zusatzstoffen kann die Reizwirkung verändert und somit der Erfolg der Behandlung gezielt gesteuert werden. Solche Zusatzstoffe können Ozon, Homöopathische Präparate, aber auch homöopathische Komplexmittel und andere naturheilkundliche Stoffe sein. Die Menge des abgenommenen und somit auch wieder injizierten Blutes kann sich im Bereich von 2ml bis 5ml bewegen.

Phytotherapie bei Allergien

Pflanzliche Stoffe, die in der so genannten Phytotherapie zum Einsatz kommen, müssen sehr sorgfältig ausgewählt werden. Denn einige von ihnen enthalten Pflanzenextrakte, auf die der Patient allergisch reagieren könnte. Dies muss natürlich unbedingt vermieden werden. Diese Tatsache verbietet natürlich auch, dass Allergiker versuchen, sich mit pflanzlichen Präparaten selbst zu behandeln. Denn nur mit genug Sachkenntnis kann ausgeschlossen werden, dass es zu einer bedrohlichen allergischen Reaktion kommt.

Pflanzliche Präparate, die bei der Allergiebehandlung verwendet werden, sind zum Beispiel der Augentrost. Diese, gerne als Tropfen verschriebene Pflanze hilft den Juckreiz, sowie das Brennen und Röten der Augen zu verhindern. Dies kann vor allem Patienten mit Heuschnupfen den Alltag erheblich erleichtern. Eine der Wirkungen von Schwarzkümmelöl ist es, die Immunreaktionen zu dämpfen. Das bedeutet für den Patienten, dass er weniger mit den Symptomen der Allergie zu kämpfen hat.

Homöopathie bei Allergien

In der Homöopathie gilt die Regel, dass Gleiches mit Gleichem geheilt werden kann. Die Kunst liegt dabei in erster Linie in der Aufbereitung des aktiven Wirkstoffs. Homöopathische Substanzen werden in hohem Maße verdünnt. Dadurch wird der Körper mit dem gewünschten Stoff und seinen energetischen Eigenschaften konfrontiert. Dies regt den gesamten Organismus dazu an, die Krankheit abzuarbeiten und zu überwinden. Von einer Potenzierung von D6 spricht man, wenn die Ursubstanz sechsmal nacheinander auf ein Zehntel verdünnt wurde.

Eine Behandlung mit homöopathischen Wirksubstanzen setzt allerdings zwei Dinge voraus. Erstens, dass sich der Patient während der Behandlung an bestimmte Ernährungsregeln hält und zweitens, dass der Mensch nicht mit Genussgiften und anderen intensiven Giftstoffen verseucht ist.

Bei Allergien richtet sich die Auswahl der in Frage kommenden Substanzen, wie bei anderen Gesundheitsproblemen auch, nicht nur nach der Grundkonstitution des Patienten, sondern auch nach den Begleitumständen, die zu den Symptomen führen.

Allgemein gilt, dass zum Beispiel bei der allergischen Rhinitis Luffa in verschiedenen Potenzierungen eingesetzt werden kann. Kommt zu diesem noch ein starker Hustenreiz und ein Kribbeln in Rachen und Hals dazu, so ist Arundo das Mittel der Wahl. Stört ein starker Tränenfluss die Sicht der Augen und trieft sehr flüssiges Sekret aus der Nase, so ist Galphimia glauca angezeigt.

Etwa 70% aller Patienten mit Heuschnupfen und Pollenallergien, die sich homöopathisch behandeln lassen, erfahren dadurch eine gute Hilfe. Ihre Symptome reduzieren sich vor allem dann stark, wenn sie vorbeugend schon mit der homöopathischen Therapie beginnen. So lassen sich nicht nur die Heftigkeit der allergischen Reaktionen mildern, sondern auch die Dauer der Beschwerden, vor allem bei mehrjähriger Behandlung.

Die Deutsche Homöopathie Union hat auch ein Komplexmittel für Patienten mit Heuschnupfen auf den Markt gebracht. Dies deckt im Allgemeinen die wesentlichsten Symptome ab. Vor allem Kinder und sensible Menschen sprechen sehr gut auf die nebenwirkungsfreie Behandlungsform an.

Orthomolekulare Medizin

Akupunktur

Auch das Zugpferd der traditionellen chinesischen Medizin, die Akupunktur, ist ein wirkungsvoller Therapieansatz für eine effektive Allergiebehandlung. Sowohl präventiv, als auch während einer akuten Allergie können mit ihrer Hilfe nicht nur die Beschwerden deutlich gesenkt werden. Auch verlängerte symptomfreie Intervalle sind das Ergebnis einer gut eingesetzten Akupunkturbehandlung.

Inzwischen konnten sogar wissenschaftliche Studien beweisen, dass die Akupunktur sehr gute Erfolge bei verschiedenen Allergieformen erzielen kann.

Durch den Einsatz der Nadeln kommt es zu Reizen auf das zentrale Nervensystem, das maßgeblich an der Steuerung der Immunreaktionen beteiligt ist. Außerdem werden Energieblockaden gelöst. Ein Ausgleich an Energie im ganzen Organismus kann stattfinden, was zu einer allgemeinen Stärkung des Patienten führt. Auch bestimmte Formenkreise, denen die verschiedenen Organe zugeordnet sind, werden durch die Akupunktur gestärkt. Bei Allergikern sind die betroffenen Organe meist Haut und Schleimhäute, die Verdauungsorgane und die Lungen.

Je nachdem, in welchen dieser Systeme sich die allergischen Symptome am meisten zeigen, wählt der Akupunkteur aus, welche Punkte auf den verschiedenen Energiebahnen, den Meridianen genadelt werden.

Für eine dauerhafte Wirkung einer solchen Akupunkturbehandlung sollte man mit etwa 12 Sitzungen rechnen, die je etwa eine halbe Stunde dauern. Pro Behandlung verwendet der Therapeut bis zu 16 Nadeln. Durch das Stechen und die Aktivierung der Nadeln kann es durchaus zu Schmerzen kommen. Dies ist der Grund, warum empfindliche Patienten auch eine Behandlung mit Elektroakupunktur oder Laserakupunktur in Betracht ziehen können.